Mordfall Susanna: Was ist bekannt? – Familie um Ali Bashar flüchtete unter Angabe anderer Namen und Papiere in den Irak

Von 7. Juni 2018 Aktualisiert: 7. Juni 2018 15:40
Bei der am Mittwoch in Wiesbaden gefundenen Leiche handelt es sich um die vermisste 14-jährige Susanna aus Mainz. Eine DNA-Analyse habe eine hundertprozentige Übereinstimmung ergeben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstagmittag in der hessischen Landeshauptstadt mit.

Susanna Maria Feldmann ist tot. Die 14-jährige Schülerin reiht sich in eine immer länger werdende Reihe von Mordopfern ein, die von Flüchtlingen in Deutschland begangen wurden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Wiesbaden in einer Pressekonferenz am Mittag des 7. Juni erklärten, handelt es sich bei der am Vortag in einer Feldgemarkung in Wiesbaden-Erbenheim gefundenen Leiche um die seit dem 22. Mai vermisste Jugendliche.

Dies habe eine DNA-Analyse „zweifelsfrei“ erwiesen, teilten die Ermittler in der hessischen Landeshauptstadt mit. Das Mädchen sei durch „Gewalteinwirkung auf den Hals“ getötet worden. Zuvor wurde die Minderjährige Opfer eines Sexualverbrechens. Dies ergab die Obduktion.

Anschließend brachten die Täter die Leiche an eine andere Stelle in der Feldgemarkung, vergruben und bedeckten sie „mit Gräsern, mit Holz“, so Polizeipräsident Müller, Wiesbaden. Dort wurde sie am Nachmittag des 6. Juni gefunden.

Susanna Maria Feldmann starb am späten Abend des 22. Mai bzw. in der Nacht zum 23. Mai, so die Behörden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden erklärte:

Der Tatverdacht richtet sich momentan insgesamt gegen zwei Beschuldigte, welchen gemeinschaftliche Vergewaltigung und Mord zur Last gelegt wird.“

(Oliver Kuhn, OStA)

Dabei handelt es sich zum einen um einen von der Polizei am Mittwochabend, 6. Juni, verhafteten 35-jährigen türkischen Staatsbürger und zum anderen um einen irakischen Flüchtling (20). Beide Tatverdächtige waren in Wiesbadener Flüchtlingsheimen untergebracht.

Entscheidende Hinweise

Am Abend des 29. Mai informierte die Mutter des Mädchens die Polizei, dass sie einen Hinweis von einer Bekannten von Susanna bekommen habe, dass ihre Tochter tot und neben den Bahngleisen in Erbenheim begraben sei. Die Hinweisgeberin war durch die Polizei nicht erreichbar, da sie mit ihrer Mutter auf Kurzurlaub gegangen war. Daraufhin ging die Polizei am nächsten Tag mit der Vermisstenanzeige an die Öffentlichkeit und suchte per Hubschrauber nach möglichen Stellen im Gelände – erfolglos.

Am Sonntagabend, 3. Juni, gegen 18.30 Uhr, nach tagelanger erfolgloser Suche nach dem Mädchen, erschien auf einem Polizeirevier in Wiesbaden ein 13-jähriger Flüchtlingsjunge. Er erklärte, Susanna Feldmann sei vergewaltigt und getötet worden. Er benannte auch den 20-jährigen Iraker als möglichen Täter und einen möglichen Tatort in Erbenheim.

Fahndung nach Ali Bashar (20)

Daraufhin machte sich die Polizei auf den Weg zum Flüchtlingsheim im Kreuzberger Ring 38. Hier musste festgestellt werden, dass die Wohnung des Irakers leer war. Der Hausmeister hatte die achtköpfige Familie am Donnerstag noch gesehen. Doch schon am Freitag, 1. Juni, wurde die Post dem Mann zufolge nicht mehr abgeholt.

Zeugen  bestätigten der Polizei eine offenbar überhastete Abreise, vermutlich am Donnerstag, 31. Mai bereits.

Die weiteren Abklärungen ergaben dann, dass am 01.06.2018 um 21.29 Uhr über ein Online-Portal acht Flugtickets für den Turkish-Airlines-Flug von Düsseldorf nach Istanbul gebucht wurden.“

(Müller, Polizeipräsident Wiesbaden)

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Der am Folgetag um 14.35 Uhr stattfindende Flug wurde nicht angetreten, da die Iraker ihre Tickets auf den One-way-Flug um 19.10 Uhr umgebucht hatten, mit Barzahlung. Der Flug wurde von acht Personen angetreten.

Welche Namen sind die echten?

Die Buchungen für die acht irakischen Personen wurden alle unter anderen Namen vorgenommen, wie sie den Behörden bekannt sind, erklärte Polizeipräsident Müller während der Pressekonferenz in Wiesbaden. Bei der Sicherheitskontrolle wurden zwei Laissez-passer-Papiere in arabischer Schrift für jeweils vier Personen mit Lichtbildern vorgelegt, vermutlich vom irakischen Konsulat ausgestellt, sowie die Bordkarten. Zudem wurden die acht Aufenthaltsgenehmigungen aus Wiesbaden mit den den Behörden bekannten Namen vorgelegt.

Ein namentliche Abgleich zwischen den arabischen Papieren und den Wiesbadener Aufenthaltsgenehmigungen konnte nicht vorgenommen werden, wohl aber wurden die Lichtbilder verglichen.

Der Flug landete am 2. Juni, 23 Uhr, in Istanbul. Die Personen nahmen einen Anschlussflug um 6.20 Uhr am 3. Juni in Richtung Erbil, Irak.

Die Fahndung nach Ali Bashar ging am 03.06. um 3.30 Uhr online.“

(Polizeipräsident Müller)