Sigmaringen: Vergewaltigungsprozess gegen Asylbewerber – Gefährliche Gegend am Bahnhof, verängstigte Bevölkerung

Von 28. March 2018 Aktualisiert: 28. März 2018 21:05
Die Gegend um den Sigmaringer Bahnhof gilt als gefährlich. Hier las ein Mann aus Gambia auch eine junge Frau auf. Sie kannten sich oberflächlich. Eine Notlage ausnutzend, lockte er sie ins Asylheim im Fürstenhof ...

Das Landgericht Hechingen verhandelt derzeit gegen zwei 26-jährige Männer aus Gambia, die im September 2017 eine 23-Jährige in die Gemeinschaftsunterkunft an der Zeppelinstraße in Sigmaringen gelockt und dort mehrfach vergewaltigt haben sollen.

Während die Männer die Vorwürfe bei der Verhandlung am 21. März bestritten, der eine sagte, dass es einvernehmlicher Sex gewesen, der andere bestreitet überhaupt, dass es zum Geschlechtsverkehr gekommen sei, schilderte die Frau ihr abendliches Erlebnis mit den Asylbewerbern so eindringlich, dass selbst der Vorsitzende Richter keine Zwischenfragen stellte.

Zimmer 5, im Fürstenhof, 26. September 2017

Die 23-Jährige traf zufällig am Bahnhof auf einen der 26-jährigen Flüchtlinge, als sie ihren Freund abholen wollte. Da es kalt und ihr Handy-Akku fast leer war und sich die beiden auch flüchtig kannten, willigte sie auf eine Einladung ins Asylbewerberheim Fürstenhof ein.

Im Zimmer gab es erst einmal einen Pfefferminzschnaps. Die Frau dachte an nichts Schlimmes. Dann wurde der Ton aggressiver, der Afrikaner schlosss die Tür ab, steckte den Schlüssel in die Hosentasche. Wie die „Schwäbische Zeitung“ aus dem Gerichtssaal berichtet, erklärte der angeklagte Gambier auf Englisch der jungen Frau, was nun auf sie zukommen werde:

Diesen einen Satz vergesse ich seither nicht mehr: Wir möchten nur mit dir schlafen und bringen dich anschließend zurück an den Bahnhof.“

(Vergewaltigungsopfer, 23 Jahre, weiblich)

Sie bekam Angst, kniete vor ihm nieder, bat und bettelte, sie gehen zu lassen. „Doch S. hat nur gelacht.“ Sie soll sich ausziehen, hieß es nur.  Als sie die folgenden Ereignisse schilderte, sei es ganz still im Gerichtssaal gewesen, so das Blatt.

Dann, als er mit ihr fertig war, sollte sein Freund an die Reihe kommen, der währenddessen teilnahmslos in seinem Bett lag und mit dem Handy spielte.

Die Erinnerungen an das Erlebte nahmen die junge Frau heftig mit, sie bat um eine Pause, verließ mit zitternden Händen vor dem Gesicht den Gerichtssaal.

Nachdem auch der zweite Gambier fertig war, kam der erste wieder an die Reihe. Als er dann schließlich ins Bad ging, nutzte sie die Chance zur Flucht: ohne Hose, ohne Schuhe, versteckt hinter einem Müllcontainer, flüchtete sie, irrte anschließend durch die Stadt. Am nächsten Morgen erzählte sie ihrem Freund das Erlebte. Beide gingen zur Polizei.

Angeklagter: alles einvernehmlich…

Der Anwalt des 26-jährigen ersten Vergewaltigers gab eine andere Version bekannt, wonach „alles einvernehmlich“ gewesen sei. Sein Mandant habe zwei- oder dreimal mit Kondom mit der Frau geschlafen. Sein Zimmernachbar habe kein K0ndom verwendet. Jener erklärte allerdings über seine Dolmetscherin, dass er die Frau weder kenne, noch mit ihr geschlafen habe: „Ich war müde und wollte schlafen. Als sich die Frau auf meinen Bauch setzte, habe ich sie weggestoßen.“ Dann sei er aus dem Zimmer gegangen.

Fest steht, dass der erste Vergewaltiger, der Angeklagte S., bereits wegen Drogenhandel im Gefängnis saß. Sein Asylantrag wurde abgelehnt. Jedoch klagte er mithilfe eines Freiburger Vereins dagegen. Um welchen Verein es sich dabei handelte, wurde nicht bekannt gegeben.

Sigmaringens gefährlicher Bahnhof

Der Angeklagte S. soll bereits einen Monat zuvor einer 14-Jährigen am Bahnhof an den Hintern gefasst und sogleich seine Hose ausgezogen haben. Die Jugendliche blieb dem Verhandlungstermin jedoch ohne Angabe von Gründen fern, sodass keine näheren Angaben dazu zur Sprache kamen.

Am 11. April wird der Prozess fortgesetzt. Drei weitere Termine sollen folgen. Es wird auch ein psychiatrisches Gutachten geben, so die „Schwäbische“.

Sabine P., eine Leserin des Artikels in der „Schwäbischen“, erinnert daran, dass man doch als Frau inzwischen wisse, dass man sich  am Bahnhof, im Prinzengarten und am Lidl so wenig wie möglich aufhalten und jegliche Annäherungsversuche ignorieren sollte. Besonders gefährlich sei es, wenn man blond und blauäugig sei.

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Brandbriefe: Sigmaringen rief um Hilfe

In Sigmaringen mit seinen 17.000 Einwohnern befindet sich eine Erstaufnahmestelle mit 400 Asylbewerbern. Einige von ihnen fallen wiederholt gerade am Bahnhof durch Alkoholexzesse, Pöbeleien und Ladendiebstähle auf.

Die Lage veranlasste Sigmaringens Bürgermeister Thomas Schärer (CDU) im Februar Brandbriefe an Baden-Württembergs  Innenminister Strobl und Bundesinnenminister Thomas de Mazière zu schreiben.

In den Briefen forderte er eine „konsequente Sanktionierung von auffälligen Asylbewerbern“. Die Bürger hätten kein Verständnis dafür, dass Täter „kaum Sanktionen“ zu befürchten hätten, schrieb er. Schärer forderte die Unterstützung von Bund und Land.

Innenminister Strobl reagierte auf den Brandbrief, teilte mit, das demnächst verdeckte Kräfte des Landeskriminalamtes in Sigmaringen „patrouillieren“ werden. Ausländische Täter würden nun – wenn sie mehrfach auffallen – dem „Sonderstab gefährliche Ausländer“ im Innenministerium gemeldet. Strobl drohte auch mit Abschiebungen.

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