Islamist tötet seine Mutter und Schwester bei Paris – Innenminister: Messerangreifer hatte psychische Probleme

Epoch Times23. August 2018 Aktualisiert: 23. August 2018 14:21
Ein Messer-Angreifer hat in der Nähe von Paris offenbar seine eigene Mutter und seine Schwester ermordet.

+++ Newsticker +++

Bei einem Messerangriff nahe Paris hat ein den Behörden bekannter Islamist seine Mutter und seine Schwester getötet und einen Menschen schwer verletzt. Zwar beanspruchte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Tat am Donnerstag für sich; die Ermittler gehen nach Angaben von Frankreichs Innenminister Gérard Collomb aber eher von psychischen Problemen des 36-jährigen Täters aus.

Der Angreifer sei kein Mensch gewesen, „der Befehle und Anweisungen von Terrororganisationen hätte befolgen können, insbesondere vom Islamischen Staat“ (IS), betonte Collomb bei einem Besuch am Tatort in der Stadt Trappes nahe Versailles, rund 30 Kilometer westlich von Paris. Zuvor hatte die IS-Miliz über ihr Sprachrohr Amaq mitgeteilt, der Täter sei einer ihrer „Kämpfer“.

Der Innenminister bestätigte zwar, dass der Angreifer den Behörden wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ bekannt gewesen sei. Hinweise auf ein terroristisches Motiv gebe es aber bisher nicht. Deshalb schaltete sich anders als bei Islamisten sonst üblich auch vorerst nicht die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris ein.

„Der Kriminelle hatte ernste psychische Probleme“, sagte Innenminister Collomb. Er habe seine Mutter in deren Haus in Trappes getötet und sei mit einem Messer auf weitere Menschen losgegangen, bevor ihn die Polizei erschossen habe. Wie die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen erfuhr, handelt es sich bei der zweiten Toten um die Schwester des Angreifers. Zu der Identität des Schwerverletzten gab es zunächst keine Angaben.

Die Polizei sperrte die Gegend um den Tatort weiträumig ab, wie eine AFP-Journalistin vor Ort berichtete. Ein Hubschrauber überflog das Gebiet, auch Spezialisten zum Entschärfen vom Sprengstoff waren demnach vorübergehend im Einsatz.

Anwohner gehen von einem Familiendrama aus. Mehrere Nachbarn sagten der Nachrichtenagentur AFP, der Täter lebe von seiner Frau getrennt und habe seine Kinder schon länger nicht gesehen. „Das ist kein Terrorist, das ist ein Mensch, bei dem die Sicherungen durchgeknallt sind“, sagte ein 59-Jähriger, der nahe des Tatorts wohnt und den Angreifer nach eigenen Worten gut kennt.

Der Angriff ereignete sich in einem Wohnviertel mit Reihenhäusern. Die Präfektur betonte auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter, Eliteeinheiten der Polizei seien nicht im Einsatz gewesen. Dies hatten Polizeikreise zunächst berichtet.

Trappes gut 30 Kilometer westlich von Paris gilt als eine Hochburg von Salafisten in Frankreich. Die Stadt mit gut 30.000 Einwohnern hat eine Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent. Rund 50 ihrer Einwohner reisten nach Angaben der Behörden seit 2013 nach Syrien und in den Irak aus, um dort zu kämpfen. Die Regierung hat die Stadt auf eine Liste mit rund 30 Problemgemeinden gesetzt, in denen die Grundregeln der Republik nicht mehr respektiert werden.

Frankreich ist durch eine Serie islamistischer Anschläge mit 246 Toten seit Januar 2015 traumatisiert. Zwei Attentate ereigneten sich in diesem Jahr: Im Mai erstach ein gebürtiger Tschetschene in einem Ausgehviertel nahe der Pariser Oper einen Menschen. Im März tötete ein Islamist in den Städten Carcassonne und Trèbes in Südfrankreich vier Menschen. Mehr als 50 Attentate wurden in den vergangenen dreieinhalb Jahren nach Angaben der Behörden vereitelt.

„Der Kriminelle hatte ernste psychische Probleme“

Nach dem Messerangriff bei Paris mit zwei Toten gehen die Behörden eher von psychischen Problemen des Täters aus als von einem terroristischen Hintergrund. Frankreichs Innenminister Gérard Collomb sagte bei einem Besuch in Trappes: „Der Kriminelle hatte ernste psychische Probleme.“ Er habe seine Mutter in deren Haus getötet und sei anschließend mit einem Messer auf weitere Menschen losgegangen, bevor ihn die Polizei erschossen habe.

Der Innenminister bestätigte zwar, dass der Angreifer den Behörden wegen „Verherrlichung des Terrorismus“ bekannt gewesen sei. Hinweise auf ein terroristisches Motiv gebe es aber dennoch bisher nicht.

Der Angreifer sei kein Mensch gewesen, „der Befehle und Anweisungen von Terrororganisationen hätte befolgen können, insbesondere vom Islamischen Staat“ (IS), betonte Collomb. Die IS-Miliz hatte die Tat für sich beansprucht. Anders als bei islamistischen Attacken sonst üblich, ermittelt nicht die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen handelt es sich bei der zweiten Toten um die Schwester des Täters, zudem wurde ein Mensch bei dem Angriff schwer verletzt.

Kein Terrorverdacht

Nach der tödlichen Messerattacke in Frankreich gehen die Ermittler zunächst nicht von einem Terrorverdacht aus. Der Pariser Staatsanwalt habe die Tat vorerst nicht als Terrorfall eingestuft, sagte Innenminister Gérard Collomb am Donnerstag.

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Die Untersuchungen gingen aber weiter. Der Täter habe wohl große psychische Probleme gehabt. Der Mann hatte in Trappes im westlichen Umland von Paris mit einem Messer zwei Angehörige getötet und einen weiteren Menschen schwer verletzt. Er wurde von der Polizei getötet.

Collomb sagte, der Täter habe eher das Profil eines „Gestörten“ als das eines Mannes, der Aufrufen von Terrororganisationen, insbesondere der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), folgen könnte. Der IS hatte die Tat für sich reklamiert.

IS-Mann tötet eigene Mutter und Schwester

Der Messerangreifer bei Paris hat seine eigene Mutter und Schwester getötet. Die beiden seien die Todesopfer des Angriffs vom Donnerstag, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Ermittlerkreisen. Zuvor hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Tat in der Stadt Trappes für sich beansprucht.

Ob die Tat einen terroristischen Hintergrund hat, ist nach den neuen Erkenntnissen unklar. Innenminister Gérard Collomb schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter, die Behörden bemühten sich, „die Umstände dieses Dramas aufzuklären“.

Nach Angaben der Präfektur wurde zudem ein Mensch bei der Attacke schwer verletzt. Um wen es sich dabei handelt, war zunächst nicht bekannt. Den Behörden zufolge tötete die Polizei den Angreifer.

IS reklamiert Anschlag für sich

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die tödliche Messerattacke in der Gemeinde Trappes bei Paris für sich reklamiert. Bei dem Angreifer habe es sich um einen „Kämpfer des IS“ gehandelt, meldete das IS-Sprachrohr „Amaq“. Beweise wurden dabei allerdings nicht vorgelegt.

Französische Medien berichteten zunächst, dass die Ermittler auch Hinweisen auf einen Familienstreit nachgingen. Bei einigen der Opfer soll es sich demnach um Familienmitglieder des Täters handeln.

Der Mann hatte am Donnerstag Behördenabgaben zufolge zwei Menschen mit einem Messer getötet und eine weitere Personen schwer verletzt. Der Täter sei getötet worden, teilte die Polizei mit.

Der Mann hatte die Opfer offenbar auf offener Straße angegriffen und sich im Anschluss in einem Haus verschanzt. Nachdem er dieses wieder verlassen hatte, griff die Polizei ein. Bei dem Attentäter soll es sich französischen Medienberichten zufolge um einen polizeibekannten islamistischen Gefährder handeln. (dts/afp/dpa)

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