Vergewaltigungs-Vorwurf als politischer Spieleinsatz: Drei verstörende Lehren aus der Kavanaugh-Kampagne

Von 11. October 2018 Aktualisiert: 12. Oktober 2018 15:15
Mit Glück klappt es, vielleicht bleibt etwas hängen – und wenn nicht, hat man es wenigstens probiert: Nach diesem Motto hatten die Demokraten und linke Medien in den USA versucht, mit unbewiesenen Charaktervorwürfen an Richter Brett Kavanaugh dessen Bestätigung als Höchstrichter zu verhindern. Obwohl sie diesmal keinen Erfolg hatten, könnte das Beispiel Schule machen.

„Würde einem jemand erzählen, Linke würden keinen Wert auf Originalismus, Verfassungstreue oder auch nur einen fairen Umgang mit Konservativen legen, es wäre keine Überraschung“, schreibt John Hawkins in seinem Essay über die Anhörungen zur Supreme-Court-Nominierung Brett Kavanaughs auf PJ Media. „Außerdem bin ich mir sicher, dass keiner darüber verwundert war, dass die Linken bei ihren Protesten herumgeheult haben, peinlich waren und sich generell wie Idioten benommen haben. Das sind Dinge, die jeder auf der Rechten über die Linke weiß. Aber es gibt einige sehr neue und schreckliche Dinge, die wir über diese Leute erfahren haben, während wir ihr Verhalten während der Kavanaugh-Hearings beobachteten.“

Die Taktiken der Demokraten im Vorfeld der Bestätigung Kavanaughs, die auch in unseren Breiten nicht wenige an die Zersetzungsrichtlinie der Stasi in der DDR erinnerten, lassen, wie Hawkins in weiterer Folge herausarbeitet, drei verstörende Entwicklungen auf der Linken erkennen.

Eine davon ist, dass der Vorwurf einer Vergewaltigung gegen politische Gegner mittlerweile gleichsam ein Spieleinsatz ist – wenn man Glück hat, kommt man damit durch, vielleicht bleibt wenigstens etwas hängen und wenn nicht, hat man es wenigstens probiert.

Auf gut Glück erhobene Vergewaltigungsvorwürfe werden zum taktischen Instrument

Es gäbe, so Hawkins, einen sehr guten Grund, warum die Anschuldigungen Christine Blasey Fords nie an die Öffentlichkeit gelangten, bis die Bestätigung Kavanaughs im Senat unmittelbar bevorstand. Dieser liege darin, dass es schlichtweg keine reale Begebenheit gegeben habe, die diesen zugrunde lag. Sie nannte kein Datum, keine Zeit, keinen Ort, nicht einmal ein bestimmtes Jahr, da sich der Vorfall ereignet haben soll. Alle Zeugen, die sie benannt hatte, haben die Geschichte zurückgewiesen. Deborah Ramirez gab ihren eigenen Freunden gegenüber zu, nicht mehr genau zu wissen, wer sich ihr offenbart haben soll, aber aus Gründen politischer Opportunität habe sie eben mitgespielt.

Anwalt Michael Avenatti, der Ambitionen erkennen lässt, sich 2020 für die Demokraten um die Präsidentschaft zu bewerben, präsentierte eine Frau, die so groteske Anschuldigungen über einen angeblichen Gruppenvergewaltigungs-Ring erhob, den Kavanaugh geleitet hätte, dass nicht einmal seine eigenen Gesinnungsfreunde sie für würdig befanden, untersucht zu werden.

Als eine Geschichte nach der anderen zusammenbrach, versuchte man es noch mit Vorwürfen wie angeblicher Trinkfreudigkeit in der High School, Spekulationen über die vermeintlich wahre Bedeutung von Jahrbucheinträgen und der Frage, ob Kavanaugh sich selbst für das Amt disqualifiziere, wenn er verärgert auf falsche Vergewaltigungsvorwürfe gegen ihn reagiert.

Auch wenn es diesmal nicht geklappt habe, könne man, so Hawkins, davon ausgehen, dass diese Taktik demnächst zum Standardrepertoire der Linken werden könne, wenn immer es darum gehe, einen Republikaner, der sich um ein öffentliches Amt bewirbt, zu stoppen.

Vergewaltigungsopfern beistehen und falsche Anschuldigungen zurückweisen – ein Widerspruch?

Ein weiterer verstörender Aspekt der neuen Taktik auf der Linken sei, dass diese den Narrativ befördern, es sei miteinander unvereinbar, Vergewaltigungsopfern beizustehen und gleichzeitig dafür einzutreten, Männer gegen falsche Anschuldigungen in Schutz zu nehmen.

Die Studien zufolge höchst zweifelhafte Darstellung, nur zwei Prozent der Frauen, die behaupten, vergewaltigt worden zu sein, würden lügen, und das durch das Verhalten der Demokraten bei Vergewaltigungsvorwürfen gegen eigene Politiker konterkarikierte Motto #BelieveAllWomen sollten an die Stelle der Unschuldsvermutung treten.

Aber selbst wenn die Zwei-Prozent-These stimmen sollte, würde man einen von fünfzig Männern zu Unrecht einer schweren Straftat beschuldigen – und es ist davon auszugehen, dass falsche Anschuldigungen vor allem dann stattfinden, wenn der Anreiz dafür ein sehr starker ist.

Christine Blasey Ford ist am Ende angehört worden, sie durfte vor dem Senat und einem Publikum von mehr als 20 Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten aussagen. Die Polizei in Maryland erklärte sich bereit, den Fall noch einmal zu untersuchen, am Ende gar das FBI. Die Linke konnte nicht behaupten, Ford wäre nicht angehört worden. Allerdings reichte eine ohne jeden Beweis erhobene Anschuldigung am Ende nicht aus, um einem Mann die Karriere zu zerstören. Und das war einigen von ihnen zu viel – insbesondere für Studenten der Universität von Süd-Kalifornien, die die Entlassung eines Professors forderten, der ihnen gegenüber erklärt hatte:

Sollten Sie eines Tages in eine Situation kommen, da Sie jemand eines Verbrechens oder eines Fehlverhaltens beschuldigt, das Sie nicht begangen haben, und sollten Ihre Kollegen automatisch demjenigen glauben, der Sie beschuldigt, gehe ich davon aus, dass sie sich als stärkerer Befürworter eines rechtsstaatlichen Verfahrens erweisen werden als Sie es jetzt sind.“

Bis dahin gilt die Unschuldsvermutung für Männer aus linker Sicht nur, soweit die betroffenen Männer auch Linke sind.

Eigene Erfahrung als Beweisersatz

Die dritte verstörende Entwicklung, die Hawkins ausmacht, ist, dass viele progressive Frauen es mittlerweile in Ordnung zu finden scheinen, jeden Mann dafür verantwortlich zu machen, dass ihnen selbst irgendwann angeblich oder tatsächlich etwas Böses widerfahren sei.

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Seit die ersten Anschuldigungen gegen Kavanaugh bekannt geworden waren, traten nicht wenige Frauen mit der Aussage an die Öffentlichkeit, sie glaubten Christine Blasey Ford, weil sie selbst einmal vergewaltigt worden seien. Dass angebliche oder tatsächliche persönliche Erfahrungen einer Person keinerlei Beweiswert bezüglich der Richtigkeit von Anschuldigungen gegen völlig unbeteiligte Dritte haben, liegt zwar auf der Hand – aber in einer Atmosphäre hysterischer Selbstgerechtigkeit bleibt offenbar wenig Platz für solche Feinheiten.

„Vergewaltigung ist ein schreckliches Verbrechen“, schreibt Hawkins. „Niemand sollte so etwas Grauenhaftes erfahren müssen. Aber das alles gibt jemandem, der selbst zum Opfer geworden ist, nicht die Legitimation, jemand anderen zum Opfer zu machen.“

Es sei ziemlich gruselig, zu sehen, wie eine erhebliche Anzahl links eingestellter Frauen sich vollständig im Recht wähne, öffentlich einen Mann als Vergewaltiger darzustellen – nicht auf Grund von Beweisen, sondern weil dieser mit jemandem, der sie selbst angegriffen habe, das Geschlecht teile.

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