Gestresst.Foto: iStock

Studie: Millionen Beschäftigte leiden unter Hetze, Stress und fehlendem Einfluss auf die eigene Lage

Epoch Times22. November 2018 Aktualisiert: 22. November 2018 15:42
Hetze, Stress und fehlender Einfluss auf die eigene Lage - viele Beschäftigte in Deutschland sind im Job dauernd unter Druck. Für viele mit regem Kunden- oder Patientenkontakt kommen weitere Belastungen hinzu.

Hetze und Zeitdruck bestimmen den Arbeitsalltag von Millionen Arbeitnehmern in Deutschland. Beschäftigte, die besonders viel mit Kunden, Patienten oder etwa als Erzieherinnen mit Kindern zu tun haben, erfahren zudem weitere Belastungen.

Das sind etwa Konflikte, die sie dann vielfach auch noch mit in den Feierabend nehmen. Das zeigt der in Berlin präsentierte DGB-Index Gute Arbeit 2018, eine laut DGB repräsentative Umfrage unter den Beschäftigten in Deutschland.

So fühlen sich bundesweit 52 Prozent der Beschäftigten sehr oft oder oft bei der Arbeit gehetzt und unter Zeitdruck. Fast jede und jeder Dritte klagt darüber, dass oft verschiedene Anforderung in sie oder ihn gestellt werden, die schwer miteinander zu vereinbaren sind. Zwei von drei Beschäftigten sagen, sie hätten gar keinen oder kaum Einfluss auf die Arbeitsmenge, die sie erledigen müssen. Nur jeder Zweite hat nach eigenen Angaben Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitszeit.

Beschäftigte, die sehr oft mit Kundschaft, Patienten, Klienten und anderen Menschen von außerhalb des Betriebs zu tun haben, kommen besondere Umstände dazu – oft besonders anspruchsvolle. Nach eigenen Angaben müssen 38 Prozent von ihnen sehr oft oder oft die eigenen Gefühle bei der Arbeit verbergen. Fast jeder Fünfte muss oft Konflikte oder Streitigkeiten mit den Menschen durchstehen, mit denen er arbeitet. Eine herablassende Behandlung durch andere erlebt mehr als jeder Zehnte sehr oft oder oft. 62 Prozent dieser „interaktiv Beschäftigten“ müssen oft mit nicht planbaren Situationen umgehen.

Fast jeder Zehnte mit regem Kundenkontakt muss oft Produkte oder Leistungen anbieten, von denen sie oder er selbst nicht überzeugt ist – im Gastgewerbe sogar 24 Prozent.

Diese Probleme betreffen sehr viele Menschen in Deutschland. Denn 63 Prozent der Beschäftigten arbeiten sehr oft oder oft mit anderen Menschen außerhalb des Betriebs zusammen. Die gute Seite: 74 Prozent dieser Beschäftigten sind der Meinung, dass ihre Arbeit in hohem Maß gesellschaftlich nützlich sei. Unter Beschäftigten mit wenig oder keinem Kundschaftskontakt beträgt der Anteil demgegenüber nur 57 Prozent.

Aber fast vier von fünf dieser „interaktiv Beschäftigten“ klagen laut der Befragung darüber, dass die besonderen Anforderungen ihrer Arbeit beim Einkommen gar nicht oder nur in geringem Maße berücksichtigt würden.

Verdi-Chef Frank Bsirske forderte eine bessere Vergütung für die betroffenen Erzieherinnen, Pflegerinnen und Beschäftigten in anderen Dienstleistungsberufen. Der oft dauerhaft hohen Belastung müsse verstärkt der Kampf angesagt werden. Dazu gehörten mehr Personal, eine realistische Leistungssteuerung, Weiterbildung und Coaching sowie Chancen für Regeneration und Erholung.

Mit Blick auf die Beschäftigten insgesamt stellte DGB-Chef Reiner Hoffmann fest: „Psychische Belastungen und Arbeitsstress haben durch den digitalen Wandel zugenommen.“ Er forderte: „Dieser Trend muss umgekehrt werden.“ Nötig sei eine humane Arbeitsgestaltung, die den Gesundheits- und Arbeitsschutz stärke und die Beschäftigten entlaste.

Die Linke-Fraktionsvize Susanne Ferschl sagte: „Viele Arbeitgeber verweigern ihren Beschäftigten bessere Arbeitsbedingungen.“ Trotz guter Wirtschaftslage werde zu wenig Personal eingestellt. Stattdessen würden die Schreibtische der Beschäftigten immer voller. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion