Grüne Oasen auf kleinstem Raum: 5 Tipps für Grün in der Großstadt

Für Gärtner oder Balkonbesitzer, die besonders wenig Platz zur Verfügung haben, gibt es spezielle Tricks, kleine Flächen möglichst groß wirken zu lassen.

Wer in der Großstadt wohnt hat es oft schwer, seinen grünen Daumen auszuleben. Auf Balkonen und Terrassen sind die Möglichkeiten des Gärtnerns beschränkt – aber nicht unmöglich. Wir zeigen, wie Sie sich auch auf kleinstem Raum eine grüne Oase zaubern können.

1. Kleinste Flächen nutzen
Großstadtgärtner müssen kreativ sein, um für ihr grünes Projekt passende Stellen zu finden. Wer einen Balkon oder eine Dachterrasse hat, kann sich glücklich schätzen. In vielen Großstadtwohnungen ist selbst das Luxus. Dann muss die Fensterbank oder vielleicht der grüne Streifen neben dem Haus herhalten. Möglichkeiten, seinen grünen Daumen auszuleben, gibt es jedenfalls viele.
Solange ausreichend Sonne an die Orte kommt und ein bisschen Fachwissen vorhanden ist, steht dem Gärtnern nichts mehr im Weg. Pflanzenexpertin Jo Whittingham weiß: Viele Gemüsesorten, Kräuter und Blumen geben sich mit erstaunlich wenig Raum zufrieden. Für blutige Anfänger eignen sich Kräuter und gemischte Pflücksalate, weil sie besonders pflegeleicht sind und regelmäßig geerntet werden können. Auch Tomaten und Beeren wie Himbeeren oder Erdbeeren sind leicht zu handhaben und wachsen schnell.
2. Mit Farben spielen
Für Gärtner, die besonders wenig Platz zur Verfügung haben, gibt es spezielle Tricks, kleine Flächen möglichst groß wirken zu lassen. Wer möglichst verschiedene Pflanzen in unterschiedlichen Grüntönen nimmt, kann so eine Hell-Dunkel-Wirkung erzeugen, die kleinen Räumen mehr Tiefe und somit Platz verleiht.
Wer nicht in die Breite bauen kann, sollte einfach die Höhe nutzen – ähnlich wie das Häuserbauer früher in Städten machten.  „Hohe dunkle Pflanzen sollten am besten hinten angesiedelt werden. Davor können dann diverse kleinere, helle Gewächse stehen. Aber achten Sie darauf, dass es nicht zu bunt wird. Das wirkt auf engem Raum schnell chaotisch“, erklärt Fachmann Daniel Dodt vom Handwerkerportal MyHammer.
Oft werden senkrechte Flächen als Anbaufläche vergessen. „Brombeeren oder andere Kletterpflanzen kann man hervorragend an Wänden und Zäunen hochziehen“, sagt Dodt. Eine Trittleiter schafft auf engem Raum Stellfläche für kleine Tongefäße, die sich ideal für Thymian, Veilchen, Kirschtomaten, Erdbeeren und zwergwüchsige Chillipaprika eignen.
3. Die richtige Pflege
Damit die Freude an den neuen Pflanzen möglichst lange hält, ist die richtige Pflege ausschlaggebend. „Je nach Pflanzensorte muss auf Düngung, Bewässerung, Standort, Beschneidung und die richtige Überwinterung geachtet werden“, informieren die Fachberater von hagebaumarkt. Die meisten Topfpflanzen sollten auch regelmäßig umgetopft werden, damit sie weiter wachsen können. Informieren Sie sich am besten beim Kauf der Pflanze direkt beim Fachberater über die richtige Pflege. Oft stehen Eckdaten auch am Etikett.

Es grünt so grün ... auch als Mini-Oase erholsam.Es grünt so grün … auch als Mini-Oase erholsam.Foto: Über Onlinefacts

„An heißen Sommertagen sollten Pflanzen im Übrigen bevorzugt früh morgens oder spät abends gegossen werden und nicht tagsüber, wenn die pralle Sonne runter scheint. So verdunstet das Wasser nicht so schnell“, raten die Fachberater.
4. Kreative Topfideen

Wer nicht viel Platz hat kann mit kreativen Topfideen kleinste Räume nutzen. Das ist nicht nur platz- und kostensparend, sondern sieht auch individuell aus. „Kisten, Kästen, Körbe – alles kann man mit Pflanzen bestücken. Wichtig ist nur, dass die Behälter über funktionstüchtige Abzugslöcher im Boden verfügen“, rät Buchautorin Karen Meyer-Rebentisch von „Das ist Urban Gardening!“ Auch ausrangierte Tetrapacks, Schuhe, Gummistiefel oder Industriekisten können als Gefäße dienen. „Für den Anbau von Kartoffeln eignen sich auch Gewebesäcke bestens, die man zum Teil in Asia-Läden kostenlos bekommt“, weiß die Gärtnerin. Auch ausrangierte Mayonnaise- und Senfeimer von der Imbissbude oder große Oliven- oder Feta-Dosen vom Gemüsehändler können genutzt werden.
5. Gemütliche Sitzmöglichkeiten schaffen
Was nützt eine grüne Oase, wenn man sie nicht genießen kann, weil es an gemütlichen Sitzmöglichkeiten fehlt? Herkömmliche Gartenmöbel sind oft groß und klobig und passen schlecht auf kleine Balkone. Auch hier ist Kreativität gefragt. „Oft bieten sich auf kleinen Balkonen Sitzecken an, um die Fläche perfekt zu nutzen. Den Platz unter den Sitzbänken kann man als Stauraum für Gießkanne, Düngemittel oder andere Gartenutensilien nutzen“, rät Architekt Julian Christus von moebel.de. Auch Balkonhängetische, Klapptische oder Halbtische, die direkt an die Wand gestellt werden können, sind sehr platzsparend und zudem kostengünstig.

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