Skandal: 2018 werden rund 4,4 Millionen Rentner steuerpflichtig sein

Im Zuge der im Juli 2018 anstehenden Rentenerhöhung werden zusätzlich 54.000 Rentner Einkommenssteuern zahlen müssen. Der rentenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion nannte es einen "Skandal, dass wir jetzt den Punkt erreichen, an dem Renten unterhalb der Armutschwelle besteuert werden". 

Im Zuge der im Juli 2018 anstehenden Rentenerhöhung werden zusätzlich 54.000 Rentner Einkommenssteuern zahlen müssen.

Insgesamt sind dann 4,4 Millionen Rentner steuerpflichtig, wie aus einer am Mittwoch bekannt gewordenen Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Linken-Anfrage hervorgeht. Seit der schrittweisen Einführung der sogenannten nachgelagerten Besteuerung ab 2005 habe sich die Zahl der steuerpflichtigen Rentner beinahe verdoppelt.

Nur durch die für 2018 geplante Rentenerhöhung um 3,0 Prozent im Westen und 3,2 Prozent im Osten erzielt der Staat Steuermehreinnahmen von rund 300 Millionen Euro, wie aus der AFP vorliegenden Anfrage hervorgeht, über die zuerst die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Mittwochsausgaben) berichtet hatten. Als Folge der Erhöhung überschreiten mehr Rentner das steuerfreie Existenzminimum, das im kommenden Jahr bei 9000 Euro für Alleinstehende sowie bei 18.000 Euro für Paare liegen wird.

Der Linken-Rentenexperte Matthias Birkwald sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, viele Senioren fühlten sich im hohen Alter mit der Steuererklärung, die sie häufig erstmals machen müssten, überfordert. „Wir brauchen schnelle, kostenlose und niedrigschwellige Hilfen für ältere Menschen und eine angemessene Personalausstattung in den Finanzämtern, damit hier eine sachgerechte Beratung stattfinden kann.“

Der rentenpolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion nannte es zudem einen „Skandal, dass wir jetzt den Punkt erreichen, an dem Renten unterhalb der Armutschwelle besteuert werden“. Birkwald verwies auf die Forderung seiner Partei, den steuerfreien Grundfreibetrag auf 12.600 Euro jährlich zu erhöhen. Dadurch würden vor allem Rentner mit niedrigem Einkommen entlastet, erklärte der Linken-Politiker.

Bei Rentnern, die 2005 oder vorher in Rente gegangen sind, sind 50 Prozent der Altersbezüge steuerpflichtig, welche bis dahin durch Rentenerhöhungen entstanden sind. Dieser Betrag bleibt danach feststehend. Rentenerhöhungen ab 2005 sind in vollem Umfang steuerpflichtig! So vertreten es die Finanzämter.

Der Inflationsanteil wird voll versteuert. Der Geldwert ist im Verhältnis zu Gold auf 28% gefallen, fast analog die Kaufkraft. Ähnlich ist es bei Silber.

Abgesehen davon müssen Rentner auch auf den Anteil der Rente KV Beiträge zahlen auf den schon einmal Beiträge gezahlt wurden (besagte 50%).

Ab 2040 werden die gesetzlichen Renten dann komplett besteuert. (afp)