„Das Gesetz ist eine Provokation“: Algerischer Millionär protestiert in Wien gegen Burka-Verbot

"Ich provoziere nicht, dieses Gesetz ist eine Provokation." Mit diesen Worten protestierte der algerische Geschäftsmann Rachid Nekkaz vor dem Wiener Außenministerium von Sebastian Kurz gegen das kürzlich in Kraft getretene Burka-Verbot.

Der algerische Millionär Rachid Nekkaz sorgt seit einer Woche in Österreich für Aufregung. Er fordert alle muslimischen Frauen auf, weiterhin Burka zu tragen, er wolle alle Strafen dafür übernehmen. Dafür hat der muslimische Millionär bereits fünf Millionen Euro seines Privatvermögens bereitgestellt. In Frankreich, Belgien, Niederlande und der Schweiz tue er es nach eigenen Angaben bereits.

Seit 1. Oktober ist in Österreich das Gesichtsverhüllungsverbot in Kraft. Bei Nichteinhalten droht eine Buße von bis zu 150 Euro, unter Umständen auch eine Festnahme.

Am Montag hatte Nekkaz daraufhin Wien besucht, um vor dem Außenministerium von Sebastian Kurz eine Pressekonferenz zu geben. Sein Ziel war es, mit einer Maske sein Gesicht zu verhüllen, um selbst gegen das Gesetz zu verstoßen. Er wolle eine Strafe bekommen, erklärte er gegenüber Medien.

Sein Auftritt zeigte allerdings deutliche Blessuren im Gesicht. Bei einer Protestaktion vor der Wohnung eines algerischen Politikers der „Nationalen Befreiungsfront“ in Paris wurde er wenige Tage zuvor von dessen Sohn brutal zusammengeschlagen. Der nach Aufmerksamkeit heischende Millionär hatte alles per Video dokumentiert und ins Netz gestellt. Nach einer Notoperation im Krankenhaus war er dann doch reisefähig und erreichte Wien am Sonntagabend.

 

Und auch am Montag setzte sich Nekkaz medienwirksam in Szene. Anders als ursprünglich angekündigt, erschien er aber nicht in Burka oder Nikab am Minoritenplatz sondern in schwarzem Anzug, orangener Maske und Hut. Ein großes Foto von Außenminister Sebastian Kurz gespickt mit 100-Euro-Noten hatte er sich umgehängt. Er selbst bezeichnete sich als Kämpfer für Menschenrechte, bloße Provokation liege ihm fern. Mit Kurz würde er gern über dieses Thema sprechen.

Wie „news.at“ berichtet, machte er tatsächlich Bekanntschaft mit der Exekutive: Beamte unterbrachen den turbulenten Medienauftritt und baten den Millionär, die Maske abzunehmen. Es folgte eine viertelstündige Amtshandlung in den Räumen des Innenministeriums, die eine Strafe von 50 Euro zur Folge hatte. Stolz präsentierte Nekkaz danach das Strafmandat und lobte die „sehr freundlichen“ Polizisten, heißt es dort.

Zu emotionalen Wortgefechten mit Beschimpfungen sei es während des Auftritts auch unter dem Publikum der Aktion gekommen, heißt es weiter. Mehrere Männer, offensichtlich aus dem arabischen Raum, zankten sich dabei mit Befürwortern des Verhüllungsverbots. Zu ernsthaften Vorfällen kam es dabei aber nicht.

Sebastian Kurz zeigte sich wiederum völlig unbeeindruckt  von den Aktionen des Algeriers. “Wir lassen uns nicht beirren und werden dem Druck eines algerischen Millionärs sicher nicht nachgeben“, erklärte er am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA. Dass Nekkaz in Österreich die Strafe für Frauen bezahlen will, die Nikab oder Burka tragen, ist laut Kurz „ein Versuch, unsere Gesellschaft zu beeinflussen, den wir nicht hinnehmen werden“. Die Vollverschleierung sei „ein Symbol der Gegengesellschaft und des politischen Islamismus, und diesen bekämpfen wir entschieden“, meinte er weiter. „Wir stehen zu unseren europäischen Werten, wie der Gleichstellung von Mann und Frau. Diese werden wir weiterhin unbeirrt verteidigen.“

(mcd)