Facebook-Nutzer wittern Lauschangriffe über Messenger-App

Facebook's Messenger App lauscht möglicherweise den Gesprächen ihrer Nutzer - und gibt die Informationen zu Werbezwecken an Facebook weiter.

Der YouTube-Nutzer „Neville“ führte ein einfaches Experiment durch, nachdem er vermutet hatte, dass Facebook seine Gespräche über das Mikrofon seines Handys abhörte – auch wenn das Telefon nicht benutzt wird.

Er und seine Frau sprachen gewollt über ein zufälliges Thema, über das sie niemals zuvor gesprochen oder online gesucht hatten. Ihr iPhone lag im Hintergrund und war eingeschaltet. Zwei Tage später wechselte ihre Facebook-Werbung für ein paar Tage komplett auf das besprochene Thema – Katzenfutter, erzählt Neville im Video.

Der User versichert, dass er keine Katzen hat. Er habe noch nie nach Katzen oder Katzenfutter gesucht, sondern nur einmal darüber gesprochen. Dass zwei Tage später Katzenfutter-Werbung auf seinem Facebook-Account erschien, war für ihn kein Zufall.

Etwa eine Milliarde Menschen nutzen die Facebook Messenger App jeden Monat. Da Facebook es für mobile Nutzer unmöglich gemacht hat, ohne die Messenger-App direkte Nachrichten auf Facebook zu lesen.

Die Nutzungsbedingungen der Facebook Messenger App erlauben es Facebook, auf das Handy-Mikrofon und die Kamera seiner Nutzer zuzugreifen und jederzeit Audio- und Videoaufzeichnungen zu machen, ohne dass der Nutzer es wissen oder zustimmen muss, schreibt der amerikanische Blogger „David Wolfe“.

„Nevilles“ Frau veröffentlichte das Experiment auf Twitter, „damit man es zu Hause ausprobieren kann“, wie sie schreibt.

Die Messenger-App-Geschäftsbedingungen erlauben Facebook tatsächlich Zugriff auf das Mikrofon des Gerätes, auf dem es installiert ist. Sie könne zudem ohne Erlaubnis Fotos und Videos vom Nutzer machen, schreibt das Magazin „ideapod“. Lädt man die App herunter, erlaube man Facebook also, jederzeit über die eigene Schulter zu schauen, heißt es dort.

Facebook dementiert 

Rob Goldmann, Chef der Werbeabteilung, weist derartige Vorwürfe allerdings zurück. Er sagte gegenüber dem Blatt: „Wir haben und hatten niemals Mikrofone für Werbezwecke benutzt. Das ist einfach nicht wahr.“

Laut „ideapod“ ist das aber nicht der erste Fall, bei dem Facebook solche Vorwürfe zurückweisen muss. Letztes Jahr veröffentlichte der Social Media-Anbieter ein Statement, in dem es hieß: „Wir greifen nur auf ihr Mikrofon zu, wenn Sie der App eine Erlaubnis gegeben haben und wenn Sie aktiv eine bestimmte Zusatzfunktion nutzen, die Audio verlangt.“

Stichhaltige Beweise für „Lauschangriffe“ von Facebook gibt es bisher nicht. Man kann natürlich von Zufall sprechen oder von dem Phänomen, dass etwas plötzlich und überall auftaucht, nachdem es einem ins Bewusstsein gekommen ist oder man darüber gesprochen hat.

Will man sich trotz allem vor möglichen „Mithörern“ schützen, gibt es Möglichkeiten, dementsprechend die Einstellungen am Gerät zu ändern. Man ist dem also niemals hilflos ausgeliefert.

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