Mattis warnt Assad: Militärische Offensive gegen Kurden wäre ein „Fehler“

US-Verteidigungsminister Mattis hat den syrischen Staatschef Baschar al-Assad gewarnt. Es "wäre ein Fehler" eine Offensive gegen kurdische Einheiten zu starten, die von den USA unterstützt werden.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat den syrischen Staatschef Baschar al-Assad vor einer Offensive gegen kurdische Einheiten gewarnt, die von den USA unterstützt werden.

„Das wäre ein Fehler“, sagte Mattis am Freitag im Pentagon vor Journalisten. Es gebe derzeit eine „Demarkationslinie“ zwischen den von den USA und ihren Bündnispartnern kontrollierten Gebieten in Ostsyrien und denen, die Assad und Russland im Westen des Landes kontrollierten. Diese Linie dürfe nicht überschritten werden.

Der Ton zwischen Assad und den an der Seite der USA kämpfenden syrischen Kurden hat sich in jüngster Zeit erheblich verschärft. Assad bezeichnete sie zuletzt als „Verräter“. Das von kurdischen Kämpfern dominierte Militärbündnis der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) konterte, Assads Regierung entlasse „Terroristen“ aus dem Gefängnis, damit diese „das Blut von Syrern jeglicher Couleur vergießen“ könnten.

Das kurdisch-arabische SDF-Bündnis eroberte mit Unterstützung der US-Luftwaffe in monatelangen Kämpfen Teile Nord- und Ostsyriens von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurück.

Mattis kündigte am Freitag an, dass US-Diplomaten bald im Osten Syriens eintreffen würden, um Projekte zur Räumung von Minen und für den Wiederaufbau in Gang zu setzen. Das US-Militär werde 2018 von seinem Einsatz zur Gebietseroberung zu einer Stabilisierungsmission übergehen.

Schätzungen zufolge kontrolliert die syrische Regierung nach ihren mit russischer Unterstützung errungenen Siegen über die Dschihadisten und andere Assad-Gegner 55 Prozent des Landes. Kurdische Kräfte haben demnach die Kontrolle über 28 Prozent des Territoriums. Die Frage, ob die US-Regierung letztlich eine Teilung Syrien anstrebe, verneinte Mattis. (afp)