1899 Hoffenheim gibt Debüt in der Europa League

Als Tabellenzweiter und Bayern-Bezwinger ist Hoffenheim bereits wieder gut in Form. Die Aussagen von Julian Nagelsmann sorgen allerdings für Unruhe.

Sporting Braga vor der Brust, den FC Bayern im Kopf: Bei 1899 Hoffenheim beherrschen vor der Premiere in der Europa League noch der Triumph gegen die Münchner sowie der erneute Flirt von Julian Nagelsmann mit dem deutschen Meister die Schlagzeilen.

Gegen das Team aus dem Land des Europameisters heißt es für die Kraichgauer nun: umschalten! Nach der lehrreichen Champions-League-Qualifikation gegen den FC Liverpool möchte die TSG im zehnten Bundesliga-Jahr ihre internationale Tauglichkeit beweisen.

„Das ist trotzdem ein Feiertag“, sagt Trainer Nagelsmann vor dem ersten Gruppenspiel am Donnerstag (19.00 Uhr) angesichts der geplatzten Träume in der Königsklasse. Die Europa League passe vom Wettbewerb und von den Gegnern her besser zum Verein: „Da können wir uns alle optimal entwickeln und verbessern.“

Allerdings wird rund um die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim und das Trainingsgelände von Zuzenhausen derzeit mehr über den FC Bayern als über Braga gesprochen. Zum einen hallt noch der 2:0-Triumph gegen das Starensemble vom Samstag nach, andererseits hat Nagelsmann in einem Eurosport-Interview erstaunlich offen über seine Ambitionen auf den dortigen Chefcoach-Posten („Der FC Bayern spielt in meinen Träumen schon eine etwas größere Rolle“) geplaudert. Der gebürtige Bayer bestätigte auch, dass er ein Haus in München baue und seine Frau und sein Kind dort hinziehen: „Das ist unsere Heimat.“

Nagelsmann hat zwar einen Vertrag im Kraichgau bis 2021, der Kontakt mit Bayern-Präsident Uli Hoeneß besteht schon länger. „Dass er bei uns nicht in Rente gehen wird, ist uns bewusst. Die immer wieder aufflammenden Spekulationen über seine Zukunft nehmen wir gelassen und mit einer gewissen Routine zur Kenntnis“, sagte Geschäftsführer Hansi Flick der „Bild“-Zeitung.

Nagelsmanns Aussagen zu diesem Zeitpunkt erstaunen allerdings, da Amtsinhaber Carlo Ancelotti mal wieder in der Kritik und Hoffenheim vor wichtigen Wochen auf europäischer Bühne steht. „Das Überstehen der Gruppe ist für Hoffenheim Pflicht. Da müssen wir durchkommen“, fordert Nationalspieler Kerem Demirbay im „Kicker“, der den Dorfclub angesichts der 3300 Einwohner so sieht: „Der größte Zwerg im Cup.“

Während sich der FC Liverpool, gegen den die TSG in der Champions-League-Qualifikation scheiterte, nun gegen Spartak Moskau, NK Maribor und FC Sevilla beweisen darf, hat Hoffenheim neben Braga noch den türkischen Club Basaksehir Istanbul und den bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad vor sich. „Das gilt für alle drei: Es sind nicht die klangvollsten Namen, aber alles sehr unbequeme, unangenehme Gegner“, sagt Sportchef Alexander Rosen.

Braga ist zweimaliger portugiesischer Pokalsieger und war in der abgelaufenen Saison Tabellenfünfter. 2011 verlor der Club in Dublin das Finale der Europa League mit 0:1 gegen den FC Porto. „Ich finde es despektierlich zu sagen: Wir hätten lieber gegen Barcelona oder Real Madrid gespielt. Wir sind beide in dem Wettbewerb, weil wir es verdient haben“, erklärt Nagelsmann. „Ich glaube, in Braga sitzen auch einige und sagen: Wer ist Hoffenheim? Es hätte auch Barcelona sein können. Wir freuen uns auf die Euro League. Da geben wir alles. Wir kommen in Städte, in denen ich noch nicht war, und treffen auf Gegner, gegen die ich noch nicht gespielt habe.“ (dpa)

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