Staatsanwaltschaft weist Kautionsantrag für Epstein-Vertraute zurück – Maxwell weiter in U-Haft

Epoch Times14. Juli 2020 Aktualisiert: 14. Juli 2020 22:43
Die Ex-Freundin des verstorbenen US-Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Bei einer Gerichtsanhörung in New York plädierte die 58-Jährige auf nicht schuldig. Die Bundesanwaltschaft in Manhattan wirft Ghislaine Maxwell vor, minderjährige Mädchen für Epstein rekrutiert zu haben, die von dem Investmentbanker dann sexuell missbraucht wurden.

Die Tochter des verstorbenen britischen Medienmoguls Robert Maxwell soll an dem Missbrauch teilweise auch selbst beteiligt gewesen sein. Das jüngste Opfer war laut Staatsanwaltschaft 14 Jahre alt.

Die langjährige Epstein-Vertraute war Anfang Juli im Bundesstaat New Hampshire festgenommen worden. Sie sitzt derzeit in New York in Untersuchungshaft. Ihre Anwälte haben fünf Millionen Dollar Kaution angeboten, damit Maxwell vorläufig auf freien Fuß kommt. Demnach war sie auch bereit, ihre Reisepässe abzugeben und eine Fußfessel zu tragen. Die Staatsanwaltschaft lehnt das ab und begründet dies mit einer großen Fluchtgefahr.

Maxwell, die wohlhabende Tochter des britischen Medienmoguls Robert Maxwell, erschien per Videokonferenz zu ihrer Anklage wegen sechs Anklagepunkten, einschließlich der Rekrutierung und Pflege junger Frauen, die in den 1990er Jahren von Epstein missbraucht wurden.

Auf die gestellte Schuldfrage der US-Bezirksrichterin Alison Nathan antwortete Maxwell nach Angaben einer Reporterin vor Ort: „Nicht schuldig, eure Ehre.“

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Dienstag, dass die Untersuchung noch nicht abgeschlossen sei. Maxwell, muss bis zu Beginn ihres Prozesses in einem Jahr in Untersuchungshaft bleiben. Nathan plante den Prozess für den 12. Juli 2021. Bei einer Verurteilung drohen der Geschäftsfrau bis zu 35 Jahre Haft.

Maxwells Festnahme war eine spektakuläre Entwicklung im Fall Epstein. Der bestens vernetzte Investmentbanker wurde im Juli 2019 festgenommen und im August tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan gefunden. Nach Angaben des US-Justizministeriums nahm der 66-Jährige sich das Leben. Epstein war bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt und seitdem als Sexualverbrecher geführt worden.

Der Fall sorgt auch nach Epsteins Tod für Schlagzeilen. Im Fokus der Ermittler steht unter anderem der britische Prinz Andrew. Dem einst mit Maxwell und Epstein befreundeten Royal wird vorgeworfen, 2001 Sex mit einer damals 17-Jährigen gehabt zu haben. Prinz Andrew bestreitet die Vorwürfe. (afp/sua)

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