Werfen: Illegales Araber-Hotel entdeckt – Polizei macht falschen Bauernhof dicht

Epoch Times16. November 2019 Aktualisiert: 17. November 2019 11:54
Allem Anschein nach handelte es sich bei dem Anwesen in Werfen um einen Bauernhof. Doch bei genauem Hinsehen entpuppte sich das Ganze als florierendes Hotel für Araber.

Bei einer Razzia auf einem angeblichen Bauernhof in Werfen, im Salzburger Pongau, entdeckte die Finanzpolizei Salzburg Ungewöhnliches: ein illegales Araber-Hotel! Ohne eine anonyme Anzeige wäre es wohl auch noch so weiter gegangen …

Die Beamten stellten vor Ort fest, dass der Bauernhof von einem amtsbekannten, Eigentümer-Ehepaar ohne jegliche Genehmigung als illegaler Tourismusgroßbetrieb geführt wurde. Aus ermittlungstaktischen Gründen wurde der Fall zunächst nicht veröffentlicht.“

(Bundesfinanzministerium Österreich)

Die Betreiber hatten das Hotel in arabischer Sprache unentdeckt jahrelang auf der Internet-Vermittlungsplattform Airbnb beworben. Auch der Internetauftritt und die Speisekarte hatte man in arabischer Sprache verfasst. Den Bewertungen auf Airbnb zufolge soll das Hotel mindestens seit drei Jahren betrieben worden sein, sommers wie winters.

„Zielgruppe des Betriebs waren offenbar vorwiegend arabischstämmige Gäste, die den Bauernhof mit PKW und Kleinbussen besuchten“, informierten die Finanzbehörden in einer Pressemitteilung.

Groß-Razzia beim Festmahl

Doch dann kam die Razzia, mitten im August, mitten in der Hochsaison, mitten beim Festmahl: gegrillte Schafe, Fisch, Reis und Wildtiere. Rund 120 arabischstämmige Gäste saßen an Biertischen auf der Wiese oder speisten auf Decken.

Ein illegal beschäftigter Kellner flüchtete beim Eintreffen der Polizei in den Wald. Zudem wurde eine 41-jährige Frau illegal als Köchin beschäftigt. Zwei weibliche Angestellte (42, 55) arbeiteten legal in dem Gast-Betrieb.

„Illegaler Tourismusgroßbetrieb“ in Werfen

Den Anschuldigungen „illegaler Tourismusgroßbetrieb“ waren nicht zu Unrecht: „illegale Vermietung von acht Zimmern und Appartements mit insgesamt 30 Betten und einen Gastronomiebetrieb ohne Bewilligung mit einer Großküche, die sich über mehrere Räume erstreckte, sowie eine Gaststube mit 25 Sitzplätzen“. Zudem gab es noch 40 Biertischplätze im Freien und 15 Lagerplätze auf der angrenzenden Wiese.

In einer Gatterzucht fanden die Beamten 220 Stück Rotwild, wovon offenbar wöchentlich im Hochbetrieb 30 im betriebseigenen Schlachthof verarbeitet und in der Großküche zubereitet worden sind.

Bei der Razzia Ende August fanden die Beamten auch rund eine Tonne einer speziellen Reissorte, Lebensmittel in Großmengen sowie mehrere eingefrorene bzw. gekühlte Tiere.

Zahlreiche Delikte bringen hohe Strafe

Der „Landwirt“ (50) verhielt sich völlig unkooperativ und will einen Rechtsanwalt einschalten, schreiben die „Salzburger Nachrichten“. Seiner Ansicht nach habe er alle Genehmigungen und auf Airbnb wurden demnach nur fünf Betten angegeben. Die Finanzpolizei dazu: „Wir haben uns angeschaut, wie viele Zimmer und Betten vorhanden sind.“

Doch die Vorwürfe wiegen schwer:

In Folge der Kontrolle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren und umfassen zahlreiche Delikte, von der illegalen gewerblichen Vermietung von Zimmern und Wohnungen bis zu steuerlichen und abgabenrechtlichen sowie fremdenrechtlichen Straftatbeständen. “

(Finanzministerium)

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Durch beschlagnahmte Umsatzaufzeichnungen und die gefundenen Lebensmittelvorräte soll nun eine Betriebsprüfung für das anstehende Finanzstrafverfahren durchgeführt werden, sodass die Behörden über hinterzogene Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Ortstaxe, Lohnsteuer, Dienstgeberbeiträge und Kommunalsteuer Gewissheit bekommen können. Zudem wurden auch die Salzburger Gebietskrankenkasse, das Arbeitsamt, die Lebensmittelbehörde und die Fremdenpolizei eingeschaltet, die Bezirksregierung informiert.

Nun kommen auf das geschäftstüchtige und rührige Ehepaar mit dem illegalen Araber-Hotel in Werfen hohe Strafen zu: Nach Angaben des Finanzministeriums müssen sich die Betreiber, „die sich bei der Kontrolle äußerst unkooperativ verhielten (…) angesichts der Dimension und langen Dauer des illegalen Geschäfts auf hohe Nachforderungen sowie Strafen einstellen, die auf einen deutlich sechsstelligen Betrag geschätzt werden“. (sm)

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