Skandal vor KP-Parteitag: Tennis-Star wirft Spitzenpolitiker sexuelle Nötigung vor

Von 5. November 2021

Seit zwei Tagen schlägt ein Sexskandal in China hohe Wellen. Ein chinesischer Tennis-Star beschuldigt einen Ex-KP-Spitzenpolitiker der sexuellen Nötigung. 

Chinas Internetnutzer waren schockiert, da KP-Funktionäre selten wegen sexuellen Missbrauchs angezeigt werden. 

Die Anklägerin ist eine der größten chinesischen Sportstars, Peng Shuai. Sie war 2014 weltweit die Nummer 1 im Tennis-Doppel der Frauen.

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Der Beschuldigte gehörte zu Chinas mächtigsten Männern – der Ex-Vize-Premierminister Zhang Gaoli. Von 2012 bis 2017 war Zhang einer der sieben Mitglieder des Ständigen Ausschusses des Politbüros, des Machtzentrums der KP Chinas. 

In einem Beitrag auf Weibo am 2. November beschuldigte Peng Shuai den KP-Kader, er habe sie vor etwa drei Jahren tätlich angegriffen. Danach hätten die beiden eine dreijährige Beziehung gehabt, mit Zustimmung von Zhangs Ehefrau. 

Peng ist 35 Jahre alt, Zhang ist fast 40 Jahre älter als sie. 

Peng schrieb, sie habe keine Beweise für den Übergriff aufbewahrt, sondern nur ihre „realen Erfahrungen“. Sie fügte hinzu: „Ich weiß, für jemanden, der so mächtig ist wie Sie, Vizepremier Zhang… Sie haben gesagt, dass Sie keine Angst haben. Aber auch wenn es so ist, als würde ein Ei auf einen Stein aufprallen oder als wenn eine Motte in Flammen aufgeht, werde ich die Wahrheit über Sie erzählen.“

Pekings Internetzensur griff schnell ein. Pengs Weibo-Beitrag wurde innerhalb von 20 Minuten entfernt. Internetnutzer können die älteren Beiträge auf ihrem Konto nicht mehr kommentieren. 

Inzwischen schweigen die chinesischen Medien und eine Internetrecherche auf Chinas größter Suchmaschine am Mittwoch ergab kein Ergebnis. 

In einer Pressekonferenz befragte ein „Bloomberg“-Reporter den Sprecher des chinesischen Außenministeriums zu den Zensur-Vorwürfen: „Die Anschuldigung und die anschließende Diskussion darüber wurden im Internet zensiert. Haben Sie irgendeinen Kommentar zu den Vorwürfen oder zur Zensur abzugeben? Danke.“

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, antwortete: „Ich habe davon nichts gehört. Diese Frage hat nichts mit Außenpolitik zu tun, nächste Frage.“

Die China-Expertin Sheng Xue aus Kanada kommentierte: Abgesehen von der Aufregung sei es kein Zufall, dass Peng Shuai diesen Zeitpunkt gewählt habe, um den Skandal öffentlich zu machen. 

„Ich glaube, sie hat den politischen Machtkampf zwischen den KP-Eliten im Blick. Das ist für sie eine Chance“, sagte Sheng Xue, Autorin und chinesische Dissidentin in Kanada.

Sheng zufolge sei es für Peng Shuai sicherer, die Anschuldigung jetzt zu erheben. Denn Zhang gehört zu der politischen Fraktion von Ex-KP-Chef Jiang Zemin, die mit dem jetzigen Parteichef Xi Jinping rivalisiert. Eine Anschuldigung wegen sexueller Nötigung wäre für die Xi-Fraktion nützlich, um gegen die gegnerische Fraktion vorzugehen.

Der jetzige Zeitpunkt ist wichtig, weil die gesamte KP-Parteielite ab dem 8. November zu einem großen politischen Treffen in Peking zusammenkommt. 

In der Geschichte der KP Chinas haben die Parteiführer große Treffen wie diese immer genutzt, um ihre Macht zu festigen. 



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