EU-Parlament beschließt Verbot von Neuwagen mit Verbrennern ab 2035

Von 13. Juni 2022 Aktualisiert: 13. Juni 2022 16:04

Die EU-Abgeordneten haben ein Verbot von Neuwagen mit Verbrennungsmotoren ab 2035 beschlossen. Grund dafür sei unter anderem ihre Sorge wegen der Abhängigkeit von russischen Kraftstoffen. Die Hersteller werden sich nun umstellen und auf einen harten Wettbewerb einstellen müssen. David Vives, NTD-Korrespondent in Frankreich, sprach mit Experten, wie sich das Verbot auf die Autoindustrie in Europa auswirken könnte.

Dieses Gesetz könnte die geplante Grüne Wende in Europa einläuten.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten am Mittwoch, den 8. Juni für ein EU-Verkaufsverbot für neue Benzin- und Dieselfahrzeuge ab 2035.

Der Gesetzentwurf ist Teil einer Reihe von EU-Klimaschutzmaßnahmen, mit denen die Emissionen in Europa in den nächsten zehn Jahren gesenkt werden sollen.

Doch abgesehen von der EU-Klimaagenda hat der Konflikt in der Ukraine die Debatte angeheizt.

„Geld, das für erneuerbare Energien in Europa ausgegeben wird, bleibt in der EU. Geld, das für russische fossile Brennstoffe ausgegeben wird, verschwindet in Putins Taschen und wird von ihm genutzt, um Krieg gegen friedliche Nachbarn zu führen.“

Die französische Abgeordnete Joëlle Mélin sagte, das Pariser Abkommen forciere ein „unkontrolliertes Einheitsdenken“.

„Indem Europa die Schwellenwerte für die Dekarbonisierung über sehr kurze Fristen anhebt, nimmt es Bürger und Unternehmen als Geiseln, besonders jetzt in einer sehr gefährlichen Zeit der Verknappung von Energiequellen und der steigenden Preise.“ – Joëlle Mélin, Mitglied Europäisches Parlament.

Die Versuche einiger Abgeordneter, die CO₂-Reduzierung um 90 Prozent bis 2035 abzumildern, wurden abgelehnt.

Die Abstimmung folgt einem Vorschlag der EU-Kommission. Dieser forderte eine hundertprozentige Reduzierung der CO₂-Emissionen bei Neuwagen bis 2035. 

Diese Änderung wird die Autoindustrie in Europa stark beeinträchtigen. 

Einige Abgeordnete wiesen darauf hin, dass die Autoindustrie nicht die Schuld dafür tragen sollte.

„Das Einzige, was ich mir jetzt noch wünsche, ist, dass unsere Industrie als Partner behandelt wird und nicht als Krimineller, der unsere Umwelt vergiftet.“ – Andrej Nowakow, Mitglied Europäisches Parlament.

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Philippe Herlin ist überzeugt, dass die europäischen Autohersteller ihre Position auf dem Weltmarkt verlieren werden.

„Das Problem ist, dass wir unsere Marktstellung komplett aufgeben, wenn wir auf Elektroautos umsteigen – es gibt einige, die uns voraus sind, insbesondere die Amerikaner mit Tesla, aber auch China.“ – Philippe Herlin, Wirtschaftswissenschaftler.

Hildegard Müller, die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA) in Deutschland, ist der Ansicht, dass sich die Entscheidung des EU-Parlaments gegen seine Bürger, den Markt, Innovation und moderne Technologien richtet.

Die EU-Entscheidung werde, so Müller, für die Verbraucher teuer werden, sodass sie letztendlich das Vertrauen verlieren.

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Herlin sagt, dass die weltberühmten europäischen Autos letztendlich ihren Reiz und wahrscheinlich auch ihre Käufer verlieren werden.

„Für die europäischen Unternehmen wird es verheerend. Sie werden auf dem Elektroauto-Markt verlieren. Können wir uns einen elektrischen Ferrari vorstellen? – ich bin mir nicht sicher. Wir träumen von einem elektrischen Porsche, aber davor wird es sehr wettbewerbsfähige chinesische Modelle geben. Das wird für den Automobilsektor verheerend sein.“ – Philippe Herlin, Wirtschaftswissenschaftler.

Das Gesetz ist noch nicht endgültig in Kraft.

Die Abstimmung vom Mittwoch zeigt jedoch die Haltung des Parlaments für die bevorstehenden Verhandlungen mit den EU-Ländern über das endgültige Gesetz.



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion