Orangen-Alarm: Ein kleiner Sündenfall aus dem Netz

Epoch Times7. März 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 2:36
Ein US-Supermarkt verkaufte bis vor Kurzem einzeln in Plastik abgepackte Orangen, die obendrein noch geschält waren. Erst nach reichlich Kritik aus dem Internet erklärte der Supermarkt die gewinnbringende Idee für gescheitert.

Man nehme Natur weg, setze Plastik drauf und verdiene richtig viel Geld damit. Die US-Lebensmittelkette Whole Foods entledigte Orangen erst ihrer Schale und hüllte sie dann in Plastik. Der Spaß sollte dann bitteschön 5.99$ kosten. Auf der Verpackung stand zudem der Satz "Made Right Here".

Im Netz wurde die Geschichte vor allem dadurch bekannt, dass Twitter-Frau Nathalie Gordon ein Foto einer so verpackten Orange hochlud und dies mit den Worten kommentierte: "Wenn sich die Natur nur etwas einfallen lassen hätte, um die Orangen zu bedecken, damit wir nicht so viel Plastik verschwenden müssten."

In den sozialen Netzwerken verbreitete sich das Bild rasend schnell, mittlerweile wurde allein der Ursprungs-Tweet mehr als 80.000 Mal weiterverbreitet und 79.000 Mal favorisiert, schreibt der „STERN“. Denn der pfiffige Internet-Nutzer erkennt bei genauerem Hinsehen erst die Tragweite dieses Verpackungsirrsinns: Die Plastikbox ziert ein Aufkleber namens "Made Right Here" (bedeutet soviel wie "hier entstanden"). Das lege den Schluss nahe, dass ein besonders versierter Zitrusfrucht-Facharbeiter in mühevoller Kleinstarbeit jede Orange händisch geschält und aufwendig verpackt habe, meint der „STERN“.

Whole Foods macht einen Rückzieher

Vielmehr fragt man sich, wer diese halbvertrockneten Orangen noch gerne essen möchte, die jemand im „Supermarkt-Hinterstübchen“ am besten noch ohne Handschuhe geschält hat. Der US-Supermarkt musste wohl nach dem Tumult im Netz selbst feststellen, dass er mit dieser Aktion seinem Namen („Whole“ bedeutet „ganz“) keine Ehre macht. Whole Foods entschuldigte sich wenige Stunden später auf Twitter: "Definitiv unser Fehler. Die Orangen wurden geschält. Wir hören auf Sie und setzen zukünftig wieder auf die natürliche Verpackung: die Schale."

Später gab es eine umfangreiche Stellungnahme, in der das Unternehmen zugab, die Sache "nicht ganz zu Ende gedacht zu haben", so der „STERN“. Dabei hätte die Lebensmittelkette nur einmal den Blick nach Europa werfen müssen. Vor dreieinhalb Jahren brachte die österreichische Supermarktkette Billa bereits geschälte und anschließend erneut verpackte Bananen auf den Markt und bekam daraufhin massiv Prügel im Netz.

Keine Gratis-Tragetaschen mehr bei H&M und C&A

Dass sich mit Verpackung gut Geld verdienen lässt, haben nun auch andere Konzerne verstanden. Bei den Textilketten H&M und C&A gibt es laut „Die Welt“ ab dem 1. April keine kostenlosen Einkaufstüten mehr. Kein Aprilscherz: Die Kunden sollen von da an 20 Cent je Tragetasche zahlen. Auch Media Markt, Saturn und Karstadt planen kostenpflichtige Tüten. Die Unternehmen setzen damit EU-Recht um. Eine Richtlinie der EU fordert, dass der Pro-Kopf-Verbrauch bis 2025 auf 40 Tüten pro Jahr sinken muss. (kf)

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