Eine allgemeine Ansicht einer Straße in Malabo, Äquatorialguinea, am 5. Juni 2020.Foto: SAMUEL OBIANG / AFP über Getty Images

Fast hundert Tote durch Explosionen in Militärlager in Äquatorialguinea

Epoch Times9. März 2021 Aktualisiert: 9. März 2021 16:14

Einen Tag nach den verheerenden Explosionen auf einem Militärstützpunkt im zentralafrikanischen Äquatorialguinea ist die Zahl der Todesopfer deutlich gestiegen. 98 Menschen seien gestorben, teilte die Regierung am Montagabend mit. Zudem gebe es 615 Verletzte. Zuvor hatten die Behörden von mindestens 30 Toten gesprochen.

Die vier Explosionen hatten sich am Sonntag in der Stadt Bata auf dem Militärstützpunkt Nkoa Ntoma ereignet, auf dem Spezialeinheiten untergebracht sind. Nach Angaben der Behörden explodierten mehrere Waffen- und Munitionsdepots. Staatschef Teodoro Obiang Nguema sprach von „einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit“. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums lösten die Explosionen von großkalibriger Munition Druckwellen aus, durch die zahlreiche Häuser zerstört wurden.

Die Explosionen verwüsteten die umliegenden Viertel so sehr, dass es wie nach einem Krieg aussah. Zahlreiche Fensterscheiben gingen zu Bruch und Betonbrocken lagen im Umkreis von hundert Metern auf den Straßen verstreut, wie der staatliche Fernsehsender TVGE berichtete.

Anwohner rannten in Panik durch die Straßen. Zivilisten, Rettungsdienste und Angehörige der Sicherheitskräfte versuchten, Leichen aus den Ruinen zu ziehen und Verletzten zu helfen. Drei Kinder im Alter von drei und vier Jahren wurden lebend gerettet und ins Krankenhaus gebracht.

Im Krankenhaus von Bata herrschte laut TVGE angesichts der vielen Verletzten Chaos. Verletzte wurden teils auf den Boden gelegt und dort notdürftig versorgt. In einer Twitter-Botschaft des Gesundheitsministeriums hieß es, zahlreiche Bewohner der umliegenden Viertel befänden sich noch unter den Trümmern ihrer Häuser. TVGE zeigte immer wieder Bilder von Feuerwehrleuten und Helfern, die Menschen aus den Trümmern befreiten.

Die Explosionen ereigneten sich im Militärstützpunkt Nkoa Ntoma, auf dem Spezialeinheiten untergebracht sind. Präsident Obiang Nguema sprach am Abend im Staatsfernsehen von „einem Unfall aufgrund von Fahrlässigkeit der für die Bewachung von Sprengstoffen, Dynamit und Munition zuständigen Einheit“. Die Explosionen seien durch glimmende Asche auf nahegelegenen Feldern verursacht worden. Das Verteidigungsministerium gab an, dass die Explosionen von großkalibriger Munition Druckwellen ausgelöst hätten, durch die zahlreiche Häuser zerstört wurden.

Das am Golf von Guinea an der Westküste Afrikas und südlich von Kamerun gelegene Äquatorialguinea ist einer der abgeschottetsten Staaten Afrikas. Der 78-jährige Staatschef Obiang Nguema ist dort seit fast 42 Jahren an der Macht. Die Opposition und internationale Organisationen werfen ihm immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor. 2017 wurde nach Regierungsangaben ein Putsch vereitelt; zwei Jahre später wurden 130 Menschen deshalb zu teils lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

Bata ist die größte Stadt des öl- und gasreichen Landes, in dem jedoch die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt. Von den 1,4 Millionen Einwohnern leben etwa 800.000 in Bata. (afp)



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