Huthi drohen mit Angriffen auf Seeroute um Südafrika

Die Huthi-Miliz im Jemen greift seit Monaten Handelsschiffe im Roten Meer an. Viele Reedereien meiden daher den Weg durch den Suezkanal und fahren um das Kap der Guten Hoffnung. Ist diese Route nun auch gefährdet?
Anhänger der Huthi in Sanaa. Die Huthi agieren nach eigenen Angaben aus Solidarität mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen und richten ihre Attacken auf Frachter mit angeblicher Verbindung zu Israel, den USA oder Großbritannien.
Anhänger der Huthi in Sanaa. Die Huthi agieren nach eigenen Angaben aus Solidarität mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen und richten ihre Attacken auf Frachter mit angeblicher Verbindung zu Israel, den USA oder Großbritannien.Foto: Osamah Abdulrahman/AP/dpa
Epoch Times15. März 2024

Die islamistische Huthi-Miliz im Jemen droht, neben der Seeroute durch das Rote Meer künftig auch Schiffe im Indischen Ozean und auf dem Weg um den afrikanischen Kontinent anzugreifen. Das sagte der Anführer der vom Iran unterstützten Gruppe, Abdul-Malik al-Huthi, in einer Fernsehansprache, wie der Huthi-Sender Al-Masirah berichtete.

Die Huthi greifen seit Mitte November verstärkt Handelsschiffe an, die auf der kürzesten Route zwischen Asien und Europa den Golf von Aden und das Rote Meer an der jemenitischen Küste entlang durchqueren. Etliche große Reedereien leiten ihre Schiffe deshalb inzwischen auf die sehr viel längere Route um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze des afrikanischen Kontinents um. Sie müssen dafür den Indischen Ozean durchqueren.

Entfernungen zu weit für Huthi-Angriffe?

Sollte diese Route ebenfalls gefährdet werden, dürfte dies nicht ohne weitere Auswirkungen auf den Welthandel bleiben. Die Entfernungen sind jedoch enorm. Ob die Huthi in der Lage sind, den Handelsweg über das Kap der Guten Hoffnung empfindlich zu stören, ist bisher unklar. Die Huthi reklamierten jedoch immer wieder auch Raketen- und Drohnenangriffe auf die südisraelische Stadt Eilat für sich, die rund 1.700 Kilometer Luftlinie vom Jemen entfernt ist.

Die Huthi agieren nach eigenen Angaben aus Solidarität mit der islamistischen Hamas im Gazastreifen und richten ihre Attacken auf Frachter mit angeblicher Verbindung zu Israel, den USA oder Großbritannien. Al-Huthi zufolge wurden seit Beginn der Angriffe im November vergangenen Jahres 73 Schiffe attackiert.

Mehrere westliche Staaten sind an Einsätzen zur Abwehr der Angriffe beteiligt. Auch die EU hat einen Militäreinsatz zum Schutz der Handelsschifffahrt im Roten Meer gestartet, an dem sich Deutschland mit der Fregatte „Hessen“ beteiligt. Luftschläge der USA und Großbritanniens mit Unterstützung weiterer Verbündeter, die darauf gerichtet sind, die Fähigkeiten der Huthi zu beschneiden, zeigten bisher nicht den gewünschten Erfolg.

Handelsschiff im Roten Meer von Rakete getroffen

Indessen wurde im Roten Meer erneut ein Handelsschiff angegriffen und beschädigt. Der Vorfall ereignete sich laut der für Sicherheit in der Handelsschifffahrt zuständigen Stelle der britischen Marine (UKMTO) 76 Seemeilen (rund 140 Kilometer) westlich der jemenitischen Hafenstadt Hudaida. Das Schiff sei von einer Rakete getroffen worden und habe Schaden genommen, hieß es in einer UKMTO-Mitteilung auf X (vormals Twitter) unter Berufung auf einen Bericht von Bord. Die Besatzung sei in Sicherheit und das Schiff nun unterwegs zum nächstgelegenen Hafen. Der Fall werde von den Behörden untersucht.

Der britische Sicherheitsdienstleister Ambrey berichtete von einem Tanker, der auf Steuerbordseite getroffen wurde, als er in nördlicher Richtung im Roten Meer unterwegs war. Das Schiff sei in der Vergangenheit mit Israel in Verbindung gebracht worden, habe aber inzwischen einen anderen Eigentümer. Es sei von Singapur in Richtung Suezkanal unterwegs und bereits einen Tag zuvor nur knapp einem Angriff im Golf von Aden entgangen. Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist noch unklar. (dpa)



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion