Demonstration im Irak.Foto: SABAH ARAR/AFP via Getty Images

Angst vor Bürgerkrieg: Tausende Menschen protestieren im Irak nach tödlichem Angriff auf Demonstranten

Epoch Times7. Dezember 2019 Aktualisiert: 7. Dezember 2019 18:57
Nach einem bewaffneten Angriff auf ein zentrales Protestlager in Bagdad mit 17 Toten sind im Irak tausende Menschen auf die Straße gegangen. Im Zentrum Bagdads versammelten sich Demonstranten in der Nähe des angegriffenen Protestlagers.

Nach einem bewaffneten Angriff auf ein zentrales Protestlager in Bagdad mit 17 Toten sind im Irak tausende Menschen auf die Straße gegangen. In der irakischen Hauptstadt versammelten sich Demonstranten am Samstag in der Nähe des angegriffenen Protestlagers. „Regierungskräfte waren nur einen Kilometer entfernt – und sie haben nicht eingegriffen“, kritisierte ein junger Arzt, der über Nacht Verletzte versorgt hatte. Ein Drohnenangriff auf das Haus des schiitischen Predigers Moktada al-Sadr löste derweil Sorgen vor einer weiteren Eskalation der Krise im Irak aus.

Überwiegend junge Männer gingen in Bagdad auf die Straße und gedachten mit Flaggen der am Freitag getöteten Demonstranten. „Sie haben intensiv und gnadenlos auf die Demonstranten gefeuert“, berichtete ein Augenzeuge in der Nähe des Tahrir-Platzes über den Angriff vom Vortag. „Sie haben nicht zugelassen, dass wir die Verwundeten in Sicherheit bringen. Es war ein Massaker“, fügte er hinzu. Auch in den südirakischen Städten Nasirijah und Diwanijah fanden Kundgebungen statt.

Bewaffnete Männer auf Pick-ups hatten am Freitag nach Einbruch der Dunkelheit ein Gebäude in der Nähe der Al-Sinek-Brücke attackiert, in dem regierungskritische Demonstranten seit Wochen ausharren. Sicherheitskräfte griffen nicht ein. Panische Demonstranten liefen daraufhin auf die Straße und riefen über Online-Netzwerke dazu auf, sich ihnen auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt anzuschließen.

Auch al-Sadr, der die regierungskritischen Proteste seit einiger Zeit unterstützt, hatte seine Anhänger in der Nacht zum Samstag angewiesen, auf die Straße zu gehen und „Demonstranten zu schützen“. Zahlreiche folgten seinem Ruf.

Wenige Stunden war al-Sadrs Haus in der südirakischen Stadt Nadschaf Ziel eines Drohnen-Angriffs. Dabei sei lediglich eine Außenmauer getroffen worden, verlautete am Samstag aus Kreisen seiner Bewegung. Der Prediger selbst soll sich derzeit im Iran aufhalten.

„Das ist ein eindeutiger Angriff, der einen Krieg – möglicherweise einen Bürgerkrieg – entfachen könnte“, sagte al-Sadrs Sprecher Salah al-Obeidi der Nachrichtenagentur AFP. Dutzende Unterstützer al-Sadrs zogen am Samstag mit Flaggen und Bildern des Predigers zu dessen Haus und skandierten: „Wir sind alle deine Soldaten!“

Als erster ranghoher Politiker äußerte sich Präsident Barham Saleh zu dem tödlichen Angriff auf die Demonstranten. Er rief die Behörden am Samstag auf, die „Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen“.

Auch ausländische Diplomaten forderten Konsequenzen. Die Regierung in Bagdad müsse die Demonstranten schützen und „sofortige Maßnahmen“ gegen die unbekannten Angreifer ergreifen, erklärte der britische Botschafter Stephen Hickey. Die UNO bezeichnete den Überfall auf das Protestcamp als „Gräueltat“. „Bandengewalt, die aus externen Loyalitäten entstehen, (…) setzen den Irak dem Risiko aus, auf eine gefährliche Bahn zu gelangen“, warnte die UN-Sondergesandte im Irak, Jeanine Hennis-Plasschaert.

Seit Beginn der regierungskritischen Demonstrationen im Irak Anfang Oktober sind knapp 440 Menschen getötet und fast 20.000 weitere verletzt worden. Wegen der blutigen Niederschlagung der Proteste verhängten die USA am Freitag Sanktionen gegen die drei Anführer der von Teheran unterstützten Hasched-al-Schaabi-Milizen.

Im Zuge der wochenlangen Proteste war der irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi vor rund einer Woche zurückgetreten. Seitdem laufen in Bagdad Gespräche über die Bildung einer neuen Regierung. Daran ist auch der iranische General Ghassem Soleimani, der Kommandeur der Elitetruppe für Auslandseinsätze der Revolutionsgarden, beteiligt. Die USA kritisierten Soleimanis Beteiligung an den Verhandlungen scharf. (afp)

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