Flüchtlingskinder.Foto: LOUISA GOULIAMAKI/AFP/Getty Images

Internationaler Kindertag: Massive Kritik an Ankerzentren für Flüchtlinge und Migranten

Epoch Times1. Juni 2018 Aktualisiert: 1. Juni 2018 7:18
Zum Internationalen Kindertag haben Vereine und Verbände die geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge und Migranten kritisiert.

Anlässlich des Internationalen Kindertages wird abermals Kritik an den von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge und Migranten laut.

Die Unterbringung von Kindern in großen Sammelunterkünften gefährde das Wohl der Kinder und verletze elementare Rechte von Minderjährigen, erklärten am Donnerstag unter anderem Pro Asyl und die Landesflüchtlingsräte.

Über die geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge wird schon seit Wochen gestritten. Anker steht für Ankunft, Entscheidung, Rückführung. Ziel ist es, mit den Einrichtungen Asylverfahren zu bündeln und zu beschleunigen. In den von Seehofer geplanten Zentren sollen Asylbewerber für die gesamte Dauer ihrer Antragsprüfung untergebracht werden.

Die Landesflüchtlingsräte, die Organisation Jugendliche ohne Grenzen, der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Pro Asyl riefen alle Bundesländer auf, sich nicht an dem Pilotprojekt zu den Ankerzentren zu beteiligen. Der Internationale Kindertag wird am Freitag begangen.

Bereits jetzt sei der Alltag der Kinder und Jugendlichen in Erstaufnahmeeinrichtungen und Transitzentren oft geprägt von „beengten Wohnverhältnissen, fehlender Privatsphäre, dem Ausschluss von der Regelschule, unzureichender gesundheitlicher Versorgung sowie vom Nichtstun, vom Warten und dem Miterleben von Gewalt“, erklärten die Gruppen. Seehofer wolle nun mit den Ankerzentren die „Isolation und Diskriminierung“ von geflüchteten Minderjährigen weiter vorantreiben.

Aus Sicht der Grünen stehen die Ankerzentren in einem „eklatanten Widerspruch“ zu den in der UN-Kinderrechtskonvention verbürgten Rechten. „Wir stellen uns entschieden gegen die Isolierung und Kasernierung von Geflüchteten in den integrations- und kinderfeindlichen Großunterkünften“, erklärte die Grünen-Politikerinnen Katja Dörner und Filiz Polat. „Kinderrechte haben für alle Kinder zu gelten, diskriminierungsfrei, unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus.“

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, stellte sich am Donnerstag hinter die Pläne für die Ankerzentren. „Nur so wird es möglich sein, überhaupt wieder eine Struktur in das Gesamtverfahren zu bringen“, erklärte er. Angesichts zahlreicher nicht vollzogener Abschiebungen bestehe „dringender Handlungsbedarf“. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion