BKA-Chef warnt: Die organisierte Kriminalität hat „erhebliche Ausmaße angenommen“

Der Präsident des Bundeskriminalamts Münch warnt vor zunehmender organisierter Kriminalität in Europa und Deutschland. Alleine mit dem Kokainhandel erwirtschaften kriminelle Gruppierungen erhebliche Gewinne.
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Rauschgifthandel und organisierte Kriminalität florieren in Deutschland. Tatverdächtige sind vermehrt bewaffnet.Foto: Stephan Witte/KDF-TV & Picture/dpa/dpa
Epoch Times27. Juli 2021

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, hat vor einem Anstieg der organisierten Kriminalität im Rauschgifthandel gewarnt. Die organisierte Kriminalität und Bandenkriminalität habe in Europa und auch in Deutschland „erhebliche Ausmaße angenommen“, sagte Münch bei der Vorstellung des Lageberichts zur Rauschgiftkriminalität für das Jahr 2020 am Dienstag in Berlin.

Die Auswertung der sogenannten EncroChat-Daten aus der verschlüsselten Kommunikation von Kriminellen zeige zudem „das wachsende Gewaltpotenzial in diesem Phänomenbereich“. Das BKA ermittelt seit März 2020 wegen des Verdachts des Drogenhandels gegen Nutzer von verschlüsselten Mobiltelefonen des Anbieters EncroChat.

Corona-Krise kaum Einfluss auf Rauschgiftkriminalität

Allein mit dem international organisierten Kokainhandel erzielen kriminelle Gruppierungen in Deutschland und Europa laut BKA erhebliche Gewinne. Diese würden wieder in die Rauschgiftkriminalität, aber auch in den Erwerb von Luxusgütern und letztlich auch über Geldwäsche in die legale Wirtschaft investiert. Der Einsatz von Waffen sei dabei keine Seltenheit mehr, sagte Münch. Im vergangenen Jahr wurden demnach 284.723 Tatverdächtige aus dem Bereich des organisierten Rauschgifthandels ermittelt, eine zunehmende Zahl von ihnen war bewaffnet.

Insgesamt stieg die Rauschgiftkriminalität in Deutschland wie schon in den Vorjahren erneut an. Im vergangenen Jahr wurden 365.753 Drogendelikte registriert – das waren 1,7 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie hatten laut BKA kaum Einfluss auf die Rauschgiftkriminalität. Vielmehr verlagerte sich der Drogenhandel weiter ins Internet, da der Post- und Paketversand im Vergleich zu anderen Transportmöglichkeiten von den Maßnahmen zum Schutz gegen das Coronavirus nicht betroffen ist.

Cannabis bleibt beliebteste Droge in Deutschland

„Cannabis ist weiter die in Deutschland am meisten gehandelte und konsumierte Drogenart“, sagte der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, in Berlin bei der Vorstellung des Lageberichts zur Rauschgiftkriminalität 2020.

Den Behörden wurden demnach 31.961 Fälle von Handel mit Cannabis bekannt, bei Amphetaminen waren es 5.581 erfasste Delikte.

Die Statistik gibt nur Fälle wieder, die den Polizeibehörden bekannt wurden. Da es in der Regel nicht zu Anzeigen komme, würden die meisten Delikte bei Kontrollen entdeckt, sagte Münch, was mit einer hohen Aufklärungsquote einhergehe. Zugleich sei das Dunkelfeld groß.

Für die organisierte Kriminalität ist Rauschgifthandel dem Bericht zufolge das größte Betätigungsfeld. „Wir sehen eine steigende Anzahl an Straftaten im Zusammenhang mit Drogen in Deutschland und der EU, die immer brutaler, immer skrupelloser ausgeführt werden“, erklärte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig. (dpa/afp)



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