Heute in Leverkusen: Großeinsatz bei Clan-Beerdigung – „Friedensrichter“ an Corona verstorben

Von 9. April 2021 Aktualisiert: 9. April 2021 16:49
Eine für Mittwoch, 7. April, geplante Clan-Beerdigung in Leverkusen ist auf Freitag verschoben worden. Laut Sicherheitskräften wurden Hunderte Teilnehmer erwartet. Erlaubt sind jedoch laut Corona-Verordnung und „Notbremse“ nur 25. Die Polizei hatte sich mit einer Einsatzhundertschaft auf den Einsatz vorbereitet.

Die Trauerfeier der Goman-Familie in Leverkusen ist nach Angaben von „Radio Leverkusen“ bisher ohne Zwischenfälle abgelaufen. Wie der Sender berichtet, kamen auch weniger Menschen zum Friedhof als erwartet. Allerdings habe eine Handvoll Trauergäste versucht, unerlaubt auf das Friedhofsgelände zu gelangen, was jedoch an den Kontrollen von Ordnungsamt und Polizei gescheitert war, so der Bericht. Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort, um für Sicherheit, Ordnung und auch den Frieden der Veranstaltung zu sorgen. Parkplätze und Straßen um den Friedhof wurden weiträumig abgesperrt.

Derzeit sei noch unklar, wie die weiteren Trauerfeierlichkeiten verlaufen werden. Polizei und Ordnungsamt werden jedoch laut dem Sender  den ganzen Tag über das Geschehen begleiten.

Die Allgemeinverfügung der Stadt erlaubt eine Teilnehmerzahl von 25 Erwachsenen plus 25 Kindern unter 14 Jahren für Beerdigungen und Trauerfeiern, berichtet der WDR. Dies wurde im Vorfeld der Clan-Familie durch Besuch von Gesundheits- und Ordnungsamt auf ihrem Anwesen deutlich gemacht. Zudem musste eine Liste der Teilnehmer vorab bei der Stadt abgegeben werden. WDR-Reporter zählten schließlich 25 Erwachsene und 15 Kinder bei der Beerdigung.

Der 61-jährige Verstorbene war als sogenannter Friedensrichter der weitverzweigten Roma-Großfamilie bekannt und hoch angesehen. Kürzlich war er einer Corona-Infektion erlegen. Die Beisetzung fand in einem Familiengrab auf dem Reuschenberger Friedhof statt.

Auf Freitag verschoben …

Die für Mittwoch, 7. April, in Leverkusen geplante Clan-Beerdigung wurde kurzfristig auf Freitag verschoben, wie „Radio Leverkusen“ meldet. Laut Stadt wurde zusammen mit der Polizei ein Sicherheitskonzept für den Ernstfall erarbeitet, es sei nicht absehbar, wie viele Menschen an der Trauerfeier teilnehmen würden. Ziel sei es, die Einhaltung der aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen sicherzustellen, heißt es in der Kurzmeldung.

Laut „Bild“ habe der Clan angekündigt, mit 500 Mann auf der Beerdigung aufzutauchen. Ein Polizeisprecher sagte dem Blatt, dass man wisse, dass mehr als erlaubt kommen wollen. Auf Nachfrage bei der Stadt wurde zudem bekannt gegeben, dass die Beerdigung auf Wunsch der Familie verschoben worden sei.

Droht ein „Massen-Event“?

Zuvor titelte bereits der „Kölner Express“: „Clan-Größe der Gomans tot – droht jetzt ein Massen-Event?“. Den Angaben nach rechneten die Sicherheitskräfte bei der Beerdigung des an oder mit Corona verstorbenen sogenannten Friedensrichters der Großfamilie mit einem enormen Besucherandrang.

Prognosen gingen von mehreren Hundert Teilnehmern aus. Aufgrund der Brisanz der Lage wollte die Polizei bei der Beerdigung mit einer Einsatzhundertschaft dabei sein.

Und das, obwohl in Leverkusen aktuell die sogenannte Corona-„Notbremse“ seit dem 21. März bei Inzidenzwerten von über 100 gilt. In ihrem neuesten Amtsblatt weist die Stadt darauf hin, dass Beerdigungen zwar trotz der aktuellen Corona-Situation möglich seien und möglichst würdevoll ablaufen sollen, die Teilnehmerzahl allerdings auf maximal 25 Personen beschränkt sei.

Wenig Platz und Rücksichtnahme

Begründet hat die Stadt die Regelung aufgrund der Corona-Verordnung und aufgrund des begrenzten Platzes auf den Friedhöfen. „Das zusätzliche Zulassen von Teilnehmer/-innen würde unter der notwendigen Beachtung der Abstandsregeln dazu führen, dass sich die Teilnehmenden über einen Großteil des Friedhofs verteilen und es damit ihrerseits anderen Trauern-den unmöglich machen, an den von ihnen aufgesuchten Grabstätten zu trauern“, so die Stadt Leverkusen im Amtsblatt vom 01.04.2021.

Hat Ordnungsamt gekniffen?

Bereits am 29. März hatten sich dem Bericht nach rund 80 Personen auf dem Hof eines Goman-Anwesens in Leverkusen-Wiesdorf getroffen, nachdem zwei Clan-Größen an Corona erkrankt waren. Später verstarb einer der Erkrankten. Um seine Beerdigung geht es am 7. April. Der Mann sei Friedensrichter in dem bundesweit vernetzten Familiennetzwerk gewesen, heißt es.

Die „Rheinische Post“ zitierte einen Polizeisprecher: „Wir haben gegen 16:45 Uhr Anrufe von Anwohner erhalten, dass sich sehr viele Menschen im Hof des Hauses an der Kaiserstraße aufhalten.“ Da es dabei um Verstöße gegen die Corona-Kontaktbeschränkung gegangen sei, habe die Polizei die Stadt angerufen und ihr den Fall übergeben.

Das Ordnungsamt sei aber nicht eingeschritten. Die im Stadtrat mit drei Sitzen vertretene „Bürgerliste“ erfuhr von dem Vorfall und schrieb Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) an.

In dem Schreiben hieß es, Bürger hätten berichtet, „dass sie die Stadt/das Ordnungsamt und die Polizei informiert hätten, diese aber nicht eingeschritten seien, ja, sich geweigert hätten, gemeinsam hier etwas zu unternehmen“. Man forderte vom Oberbürgermeister eine zeitnahe Erklärung für das „unverständliche Verhalten“.

Die Stadt Leverkusen bestätigte in einer Erklärung zum Einsatz am 29. März, dass Zivilkräfte der Polizei den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) über eine größere Menschenansammlung im Innenhof eines privaten Grundstücks in Leverkusen-Wiesdorf informiert und zur Unterstützung gerufen hätten:

„Aufgrund der Tatsache, dass bereits eine Vielzahl der Personen an der Wohnanschrift gemeldet sind, sowie einer unübersichtlichen Lage, wurde unter Berücksichtigung der rechtlichen Situation seitens des Kommunalen Ordnungsdienstes darauf verzichtet, weitere Unterstützung der Polizei anzufordern. Stattdessen wurde die Ansammlung vor Ort aufgelöst. Dabei hat sich der Kommunale Ordnungsdienst vor Ort dagegen entschieden, sich in Zusammenarbeit mit der Polizei, Zutritt zum Grundstück zu verschaffen, ohne dieses Vorgehen mit der zuständigen Führungsebene abzustimmen“.

Vielmehr habe der Clan versprochen, die Ansammlung aufzulösen. Daraufhin seien die Ordnungskräfte abgerückt.

Die Stadt gab weiterhin bekannt, dass der Vorfall verwaltungsintern geprüft und aufgearbeitet werde. Der KOD wurde instruiert, die „Kommunikationswege und Melde- sowie Entscheidungsketten“ einzuhalten, „um eine schnelle, rechtskonforme Entscheidung zum weiteren Vorgehen herbeizuführen“, erklärte Stadtsprecherin Julia Trick.

Zwei Tage später ging der KOD auf dem Anwesen in Wiesdorf gegen Verstöße gegen die Corona-Verordnung vor und verhängte 15 Bußgelder zu je 250 Euro.

Nach Angaben von „Focus“ sorgen kriminelle Zweige der Goman-Großfamilie seit Jahrzehnten mit „ihrem bundesweiten Netzwerk verwandter oder verschwägerter Roma-Gruppen“ für negative Schlagzeilen.

Von Geldwäsche durch Immobilienkäufe, Diebstahl, Einbrüche, Abzocke alter Menschen über den Enkel-Trick im großen Stil, Sozial- und Teppich-Betrügereien sowie Rip-Deals, Devisentauschgeschäfte mit gefälschten Schweizer Franken, ist die Rede.


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