Montagsdemos richten sich auch gegen hohe Energiepreise
Steigende Öl- und Gaspreise machen das Heizen teurer.Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Symbolbild/dpa

Der Osten geht auf die Straße – 50.000 gegen Berlins Energiepolitik

Von 23. September 2022 Aktualisiert: 23. September 2022 21:22
Wieder mehr Demonstranten zeigen sich auf den Straßen Ostdeutschlands. Dabei spielen die Corona-Maßnahmen nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr sind die hohen Energiepreise und die Energiepolitik Berlins der Stein des Anstoßes. In Mecklenburg-Vorpommern soll sich die Zahl der Demonstranten innerhalb einer Woche verdoppelt haben. Hat der „heiße Herbst“ begonnen?

Deutschland befindet sich in einer Energiekrise und der Winter rückt immer näher. Das treibt viele Menschen auf die Straßen, die mit der Energiepolitik der Ampelregierung unzufrieden sind. In den neuen Bundesländern, jenen mit ehemals DDR- und Sozialismuserfahrung, gingen über 50.000 Menschen auf die Straßen, um zu demonstrieren.

Über 50.000 Teilnehmer bei Montagsdemos im Osten

In den Städten Mecklenburg-Vorpommerns demonstrierten Tausende Menschen. Das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet von Montagsdemos in Stralsund, Neubrandenburg, Wismar, Schwerin, Parchim, Güstrow, Neustrelitz, Waren, Barth, Bergen, Grimmen, Greifswald und Ludwigslust. Allein 4.500 Menschen protestierten in der Hauptstadt Schwerin, 1.400 in Wismar und 1.000 in Parchim.

Insgesamt sollen dem RND nach mehr als 10.000 Menschen friedlich auf den Straßen von Mecklenburg-Vorpommern unterwegs gewesen sein. Von der Polizei seien keinerlei Vorkommnisse gemeldet worden, heißt es. Laut Innenministerium seien an 24 Veranstaltungsorten 12.700 Menschen friedlich auf den Straßen unterwegs gewesen, schreibt der „Nordkurier“. Das seien doppelt so viele Demonstranten gewesen wie noch vor einer Woche.

Auch aus Leipzig, Sachsen, wurden 1.000 Demonstranten gemeldet, so die „Leipziger Volkszeitung“. Von Hunderten „Spaziergängern“ in Döbeln, Roßwein und Waldheim gegen die hohen Energiepreise war ebenfalls die Rede. In Chemnitz, zu DDR-Zeiten noch Karl-Marx-Stadt, demonstrierten friedlich rund 2.500 Menschen. Hier jedoch gegen Impfzwang und die Corona-Maßnahmen. Zugleich wurde ein Rücktritt der Ampelregierung gefordert, schreibt das auflagenstarke Anzeigenblatt „Blick“. In den Regionen um Bautzen und Görlitz wurden von der Polizei 3.700 Demo-Teilnehmer gemeldet. Gesamtzahlen liegen aus Sachsen nicht vor.

In Aschersleben, Sachsen-Anhalt, waren etwa 1.600 Demonstranten unterwegs, berichtet die „Mitteldeutsche Zeitung“. In Magdeburg waren es 2.200. Insgesamt waren im Bundesland Sachsen-Anhalt etwa 12.000 Demonstranten bei 42 Veranstaltungen zugange, berichtete das Innenministerium.

Die Polizei im Bundesland Thüringen zählte am vergangenen Montag rund 18.100 Demonstranten. Allein in Gera waren 2.200 Menschen unterwegs und demonstrierten gegen die Corona-Maßnahmen, den Ukraine-Krieg, die Energiekrise und die ansteigende Inflation, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ nach dpa-Angaben. Eine weitere große Demo in Thüringen fand in Sonneberg mit 1.600 Teilnehmern unter dem Motto „Vernunft statt Bevormundung“ statt, berichtet „inSüdthüringen“.

Im Bundesland Brandenburg sollen laut dpa-Angaben insgesamt 7.500 Menschen an 39 Orten gegen die Energiekrise, den Ukraine-Krieg und die Corona-Maßnahmen demonstriert haben. In Frankfurt/Oder wurden allein 1.500 Protestierende vom Polizeipräsidium Potsdam angenommen. Auch hier sei es friedlich abgelaufen.

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„Stralsund hält zusammen“

In Stralsund demonstrierten auch am Mittwochabend rund 2.000 Menschen gegen die hohen Energiepreise und forderten Entlastungen für die Steuerzahler. In einem Demonstrationsaufruf der Bürgerschaftsfraktion „Bürger für Stralsund“ wurde auf die Existenzbedrohung für Arbeitnehmer und Mittelstand verwiesen und der sofortige Rücktritt der „Regierung in Berlin“ gefordert. Dies berichtet der in Neubrandenburg verlegende „Nordkurier“. Dem Bericht nach hatte auch der Stralsunder Oberbürgermeister Dr. Alexander Badrow (CDU) den Aufruf zur Demonstration auf Facebook geteilt. Selbst hatte Badrow auch daran teilgenommen.

Nun untersucht das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern, ob der Stralsunder Rathauschef durch seinen Post gegen das Neutralitätsgebot als Oberbürgermeister verstoßen haben könnte. Laut Badrow war sein Statement allerdings rein privater Natur.



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