Die Wunschträume der Umfrageinstitute – unter die Lupe genommen von Axel Retz

Von 8. Juli 2018 Aktualisiert: 8. Juli 2018 19:51
Auch vor sechs Wochen wurde die CDU/CSU schon mit 30 Prozent angegeben und die AfD mit 16 Prozent. Die einen verlieren also ständig, ohne dass sie verlieren, die anderen haben eine Gewinnsträhne, bleiben aber ebenfalls auf ihrem früheren Stand. Solche Umfragen braucht kein Mensch, meint Axel Retz in seinem neuen Newsletter.

In seinem alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter beschreibt der Journalist und Finanzexperte Axel Retz mit Akribie und humorvoll kritischem Blick die Lage in deutschen Landen. Ein Blick in den aktuellen Newsletter und drei seiner Themen: Die Öffentliche Hand, die „Experten“ der Meinungsforschungsinstitute und die „Neue Härte“ in der Abschiebung von Afghanen. Axel Retz schreibt:

Die öffentliche Hand ist der unsichtbare und ungekrönte König der Taschendiebe

Wenn Sie wie ich beim heutigen Besuch des Wochenmarktes plötzlich etwas Eigenartiges an der Gesäßtasche Ihrer Hose gepürt haben – dort, wo das Portemonnaie ruht -, reflexartig nach hinten griffen und doch nicht das zu fassen bekamen, das an Ihre Euros wollte, dann dürfte es sich so gut wie sicher um die öffentliche Hand gehandelt haben. Denn wiewohl sie sich „öffentlich“ nennt und allgegenwärtig ist, ist sie völlig unsichtbar und der ungekrönte König der Taschendiebe.

Was tut die öffentliche Hand mit Ihrem Geld? Unter anderem finanziert sie jede Menge „Forschungsinstitute“ und „Stiftungen“, die nach eigener Meinung vor allem eines sind: „hochkarätig“. Aber was diese Häuser ab und an so von sich geben, lässt in der Tat Zweifel aufkommen, ob ihr Wirken ernst zu nehmen ist oder nicht nur Gefälligkeitsstudien für ihren Auftraggeber erstellt.

Am vergangenen Wochenende erlaubte ich mir, darauf hinzuweisen, dass die seit Jahren gebetsmühlenartig vorgetragene Mär der dramatisch schrumpfenden Bevölkerung unseres Landes reine „Fake News“ sind, vermutlich ersonnen, um die Bevölkerung auf die Notwendigkeit der Zuwanderung der dann doch irgendwie ausgebliebenen „Facharbeiter“ einzuschwören. Nix Facharbeiter, nicht einmal Interesse daran, einer zu werden – siehe Spiegel“.

Ich verwies darauf, dass die Einwohnerzahl seit langem steigt und aktuell eine historische Rekordmarke markiert. Am Mittwoch dieser Woche, welch ein Zufall, bestätigte das „Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ meine Aussagen in einer von der Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegebenen Studie. „Statt Schrumpfung kam Wachstum“, steht hier zu lesen. Und „Wachstum falsch eingeschätzt“. Ebenfalls bestätigt die Studie die Feststellung, dass in Deutschland aktuell mehr Menschen leben denn jemals zuvor.

Irren ist menschlich. Sich irren wollen offenkundig auch.

In schon dreist zu nennender Form rollen auch die „Experten“ der sogenannten Meinungsforschungsinstitute durch die Medien. Und kaum jemandem scheint es aufzufallen. Führen Sie einfach einmal Buch:

Die CDU/CSU ging in der aktuellen „Sonntagsfrage“ mit 30 Prozent (minus 1) ins Wochenende, die AfD hingegen legte auf 16 Prozent zu (plus 1). Seit sechs Wochen verliert die CDU/CSU einen Prozentpunkt pro Woche, während die AfD im gleichen Zeitraum angeblich stets um einen Prozentpunkt zulegte.

Der Witz dabei ist nur: Auch vor sechs Wochen wurde die CDU/CSU schon mit 30 Prozent angegeben und die AfD mit 16 Prozent.

Die einen verlieren also ständig, ohne dass sie verlieren, die anderen haben eine Gewinnsträhne, bleiben aber ebenfalls auf ihrem früheren Stand. Solche Umfragen braucht kein Mensch, es sei denn als Beweis dafür, dass man sie nicht braucht.

Zahlen zur neuen „Härte“

Ob man die Migrationspolitik Australiens, Kanadas oder (in Kürze) aller anderen Staaten außer Merkelland mag oder nicht, ist diskussionswürdig. Aber nur möglich mit Menschen, die auf ihrer Odyssee in die Multikulti-Zukunft zwischen Skylla und Charybdis kein Wachs in oder gar zwischen den Ohren haben.

Von München aus wurden am Mittwoch per Flieger 69 Afghanen in ihr Heimatland abgeschoben. Viele Details will man der Öffentlichkeit nicht nennen. Diese (warum bitte nicht veröffentlichten?) Zahlen und ein paar andere mehr habe ich vorgestern Früh direkt aus Kabul erfahren. Zitat: „Im Flieger saßen neben den 69 Afghanen 134 Polizisten, zwei Dolmetscher und zwei Beobachter.“

Zur Einordnung der Zahlen: „Mehrere Millionen Afghanen leben als Flüchtlinge in Pakistan und im Iran. Der Iran hat im ersten Halbjahr mehr als 190.000 Afghanen in ihr Heimatland zwangsweise abgeschoben. In den ersten drei Monaten des Jahres sind über 27.000 Afghanen illegal in die Türkei gereist. Ihr Ziel ist klar. Zigtausende verlassen jeden Monat ihr Land wegen fehlender Perspektive. In diesem Jahr haben in Deutschland ca. 5.000 Afghanen um Asyl nachgesucht. Deutschland hat von 2016 bis Juni 2018 234 Afghanen nach Afghanistan abgeschoben.“

Jetzt könnt Ihr die Abschiebung von 69 Afghanen in der Relation vernünftig einordnen.“

Wir reden also seit Jahren von Zehntausenden, Hunderttausenden oder noch erheblich mehr an tatsächlichen und potentiellen Zuwanderern allein aus Afghanistan und parallel dazu von sündhaft teuren Rückführungen im niedrigen dreistelligen Bereich, die hier in den Medien als Beweis für ein funktionierendes Abschiebesystem

zelebriert werden.

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.
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