Merkel bekommt Umfragen-Dämpfer nach Tafel-Kritik – Sie will sich kein Bild von der Lage vor Ort machen

Epoch Times7. March 2018 Aktualisiert: 7. März 2018 11:58
Die Bundeskanzlerin hat derzeit "keine Pläne" für einen Besuch bei der Essener Tafel. Ihre Kritik an der Entscheidung der Essener Tafel, vorerst keine Ausländer mehr aufzunehmen, hält mehr als die Hälfte der Deutschen für falsch.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat derzeit „keine Pläne“ für einen Besuch bei der Essener Tafel. Das berichtet die „Bild“ in ihrer Mittwochausgabe.

Die Anlaufstelle für Bedürftige hatte in der vergangenen Woche einen zeitweisen Aufnahmestopp für Ausländer beschlossen.

Kanzlerin Merkel kritisierte den Entschluss der überforderten Essener Tafel, vorerst keine neuen Bedarfskarten an Ausländer auszugeben, mit dem Satz: „Das ist nicht gut“.

Ein eigenes Bild von den Zuständen vor Ort will sich die Kanzlerin nach „Bild“-Informationen derzeit aber nicht machen. Auf Nachfrage teilte die Bundesregierung gestern mit, dass es „keine Pläne der Bundeskanzlerin gibt, die Essener Tafel zu besuchen“.

Schriftlich hieß es dazu: „Über derartige Planungen können wir im Moment nicht berichten.“

Merkel bekommt Umfragen-Dämpfer nach Tafel-Kritik

Laut einer INSA-Umfrage (Datenbasis: 1052 Befragte am 5. März 2018) halten 52,5 Prozent der Deutschen Merkels Kritik nicht für „berechtigt“, schreibt die „Bild“ weiter. Lediglich 37,3 Prozent geben der Kanzlerin Recht. Des Weiteren finden 57,6 Prozent der Befragten „es richtig“, dass die „Tafel entschieden hat, vorerst nur noch Inhaber eines deutschen Passes aufzunehmen“.

Gut ein Viertel (27,2 Prozent) findet das falsch. Kritik übt auch Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Wagenknecht sagte „Bild“: „Die Konflikte an den Tafeln sind seit Langem bekannt. Frau Merkel hätte sich längst darum kümmern können, die Situation zu entspannen. Sie hat nichts getan.“

Die Fraktionschefin der Linkspartei im Bundestag sagte weiter: „Der eigentliche Skandal ist, dass es in einem reichen Land überhaupt Verteilungskonflikte um den Zugang zu abgelaufenen Lebensmitteln gibt.“ (dts)

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