Katastrophenschutzmanagement gehöre zur Kernfunktion jedes Kreischefs und jedes Oberbürgermeisters, sagt der Krisenforscher Frank Roselieb.Foto: iStock

Krisenforscher erhebt nach Flutkatastrophe schwere Vorwürfe gegen Landrat

Epoch Times31. Juli 2021 Aktualisiert: 31. Juli 2021 23:10
Für den Krisenforscher Frank Roselieb ist es unerklärlich, dass im Kreis Ahrweiler kein Alarm ausgelöst wurde. Nur schon das unaufhörliche Ansteigen der Wasserpegel hätte einen Voralarm gerechtfertigt.

Nach der Flutkatastrophe an der Ahr hat der Krisenforscher Frank Roselieb schwere Vorwürfe gegen den CDU-Landrat Jürgen Pföhler erhoben. Das Katastrophenschutzmanagement gehöre zur Kernfunktion jedes Kreischefs und jedes Oberbürgermeisters, sagte der Kieler Wissenschaftler der in Koblenz erscheinenden „Rhein-Zeitung“ (Samstagsausgabe). Dass im Kreis Ahrweiler kein Voralarm ausgelöst worden sei, halte er für unerklärlich.

Die Auslösung eines Voralarms hätte laut Roselieb bereits am frühen Abend des 14. Juli erfolgen können, „um Notmaßnahmen einleiten zu können“. Dies sei etwa möglich, wenn „die Pegelstände steigen und steigen, ohne dass schon was Schlimmeres passiert ist“. Roselieb sprach von „Katastrophenalarm im Kopf“.

Es gibt keinen Grund nicht vorbereitet zu sein

Tatsächlich wurde der Katastrophenfall mit Warnstufe 5 laut der „Rhein-Zeitung“ erst um 23.15 Uhr ausgerufen. Zu dieser Zeit erging demnach auch die Meldung, die Gebäude 50 Meter rechts und links der Ahr zu evakuieren. Als Pföhler zu dieser Zeit an die Bevölkerung appelliert habe, sich in höher gelegene Stockwerke zu begeben, seien bereits Häuser von den Wassermassen mitgerissen worden.

„Niemand kann sagen, dass es solche Flutwellen im Ahrtal noch nicht gegeben hat“, betonte Roselieb. „Beim Hochwasser vor 200 Jahren waren die Dimensionen etwa noch gewaltiger.“ Vor 100 Jahren sei es ähnlich gewesen. Zudem sei man frühzeitig gewarnt worden. Aus Sicht des Forschers gibt es deshalb keinen Grund, auf eine Flutwelle wie die jüngste nicht vorbereitet gewesen zu sein.

In Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hatte extremer Starkregen vor mehr als zwei Wochen verheerende Überschwemmungen ausgelöst. Viele Gemeinden, insbesondere im rheinland-pfälzischen Ahrtal, wurden verwüstet. Rheinland-Pfalz meldete bislang 135 Tote, 59 weitere Menschen werden dort noch vermisst. In Nordrhein-Westfalen gab es 47 Todesopfer. (afp)



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