Kanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit Soldaten der Bundeswehr in Munster.Foto: PATRIK STOLLARZ/AFP/Getty Images

„Shutdown“ der deutschen Streitkräfte befürchtet – und Zahl der Suizide auf hohem Niveau

Epoch Times10. Juli 2020 Aktualisiert: 11. Juli 2020 8:06
Es steht nicht gut um die Bundeswehr. Die Soldaten sind mit zu vielen Aufgaben maßlos überlastet. Unterdessen werden immer mehr Selbstmordversuche und tatsächliche Suizide gemeldet.

Die deutschen Soldaten sind nach Angaben von Bundeswehrverbandschef André Wüstner mit ihren Aufgaben derart überlastet, dass der Truppe der Zusammenbruch droht.

Wenn immer neue Aufgaben zusätzlich zu den laufenden Missionen im Krisen- und Konfliktmanagement oder im Bündnis hinzukämen, „droht die Bundeswehr zu implodieren“, sagte Wüstner der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Freitag).

Außerdem gebe es einen immensen Stau bei der Modernisierung der Waffensysteme, der in nicht allzu ferner Zukunft zu einem „Shutdown“ der Streitkräfte führen könne. Der politische Anspruch an die Bundeswehr decke sich in keiner Weise mit ihrer Größe und materiellen Ausstattung.

Wir haben eine Situation der Überlastung: Eine zu kleine Truppe hat zu viele Aufgaben zu bewältigen.“

Wenn die Zeit zur Regeneration und Verarbeitung des Erlebten zwischen Auslandseinsätzen fehle, gebe es einen Fehler im System. Das müsse Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beheben.

PTBS-Fälle bei Bundeswehr weiter auf hohem Niveau

Unterdessen befinden sich die Fälle gemeldeter posttraumatischer Belastungsstörungen (PTBS) sowie versuchter Selbsttötungen bei der Bundeswehr weiter auf einem hohen Niveau.

Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der FDP-Fraktion hervor, über welche die „Welt“ (Donnerstagsausgabe) berichtet. Demnach gab es von Januar bis Mai 81 neu diagnostizierte Fälle posttraumatischer Belastungsstörungen.

Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres hatte es 73 solcher Fälle gegeben. Die neuen Zahlen bedeuten also einen Anstieg um rund elf Prozent. In den vergangenen drei Jahren waren PTBS-Fälle in der Bundeswehr laut Statistik wieder leicht gestiegen.

Den letzten Höchststand markierte das Jahr 2015 mit insgesamt 235 Fällen, danach sanken die Fallzahlen leicht, stagnierten zuletzt auf einem insgesamt weiter hohen Niveau. Im ganz extremen Fall kann PTBS zum Suizid führen. –Die Gründe für Selbstmorde sind aber vielfältig und sehr individuell.

Insgesamt liegt die Zahl der Suizide von Bundeswehrangehörigen nach Angaben des Verteidigungsministeriums ebenfalls auf einem hohen Niveau: Zwischen Januar und Ende Juni gab es acht vollendete sowie 35 versuchte Suizide unter Soldaten. In einem vergleichbaren Zeitraum 2019 hatte es etwas mehr vollendete Suizide (12) gegeben, aber weniger versuchte Suizide (29).

Alexander Müller (FDP), in der Fraktion für das Thema Soldatenfürsorge zuständig, sagte der Zeitung: „Den Anstieg der versuchten Suizide kann man nur mit Bedauern zur Kenntnis nehmen. Wir brauchen eine weitreichende und andauernde Sensibilisierung in der Truppe und bei den Vorgesetzten für die Erkennung von und Hilfe bei psychischen Krankheiten.“ (dts/so)


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