Kommenden Dienstag soll die Corona-Warn-App offiziell fertiggestellt, und kurze Zeit später verfügbar sein.Foto: Stefan Jaitner/dpa

Testphase der Corona-App: Telekom und SAP zuversichtlich

Epoch Times13. Juni 2020 Aktualisiert: 13. Juni 2020 12:57
Die Veröffentlichung der Corona-Warn-App steht unmittelbar bevor. Nach einer langen Debatte um den Datenschutz rückt nun die Frage in den Mittelpunkt, wie die App überhaupt genau funktioniert und ob sie tatsächlich zur Eindämmung der Pandemie beitragen kann.

Die Entwickler der deutschen Corona-Warn-App sind nach ausführlichen Tests zuversichtlich, dass die geplante Entfernungsmessung per Bluetooth-Funk auch im Alltag funktionieren wird.

„Inzwischen sind wir überzeugt, dass wir eine gute Lösung haben, mit der man starten kann – auch wenn wir wissen, dass sie nicht perfekt ist“, sagte SAP-Manager Jürgen Müller der Deutschen Presse-Agentur.

Die Veröffentlichung der offiziellen deutschen App wird in den nächsten Tagen erwartet. Sie setzt auf den Smartphone-Schnittstellen von Apple und Google auf und wurde von SAP und der Deutschen Telekom entwickelt. Die App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen und Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Die App erfasst, welche Smartphones einander nahegekommen sind – und warnt dann Nutzer, wenn sich herausstellt, dass sie sich neben Infizierten aufgehalten haben. „Das Ziel ist, dass Millionen teilnehmen“, sagte Müller.

Das Fraunhofer Institut IIS in Erlangen spielte bei Tests konkrete Szenarien durch: Sitzen in einem Restaurant, Schlangestehen, Aufenthalt in öffentlichen Verkehrsmitteln. Dabei wurde gemessen, wie präzise die Smartphones die Entfernung erkannten. „Beim realen Einsatz werden wir noch mehr lernen“, sagte Müller.

Von der Deutschen Telekom bekamen Google und Apple eine Liste der 50 meistgenutzten Smartphone-Modelle in Deutschland, sagte der Chef der Telekom-Geschäftskundentochter T-Systems, Adel Al-Saleh. Das war nötig, um die Algorithmen zur Entfernungsschätzung auf die einzelnen Geräte anzupassen. Wichtig ist das vor allem beim Google-Betriebssystem Android, wo es eine Vielzahl von Geräten verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Bauteilen und Software gibt.

So wie das Verfahren aufgebaut ist, soll es kaum Auswirkungen auf die Batterielaufzeit haben. Das Bluetooth LE (Low Energy), das zum Einsatz kommt, verbraucht ohnehin wenig Strom. Eine größere Belastung der Batterie gäbe es erst, wenn der Hauptprozessor aktiviert würde und damit auch andere Anwendungen wie E-Mail oder Social-Media-Apps anspringen.

Für die Warnfunktion tauschen die Geräte via Bluetooth zufällig erzeugte Krypto-Schlüssel aus. Diese Schlüssel werden nicht permanent verschickt, sondern in Abständen von zweieinhalb bis fünf Minuten als Salve von 16 Schlüsseln binnen vier Sekunden. Auf Basis der Signalstärke wird dabei die Entfernung geschätzt. Ein Problem bei der Bluetooth-Technologie ist, dass die Smartphones nicht erkennen, wenn zwischen zwei Nutzern eine Glasscheibe ist und sie sich gar nicht gegenseitig anstecken können. Genauso gehen Bluetooth-Signale nicht durch Wasser – dadurch können sich zwei Telefone möglicherweise nicht sehen, wenn menschliche Körper dazwischen sind.

Ein zentrales Element der Corona-Warn-Apps ist das Verfahren, mit dem Infizierte ein positives Testergebnis in der App teilen können, damit Nutzer, die sich angesteckt haben könnten, informiert werden. Die App-Partner hätten ein Formblatt entwickelt, das alle Testlabore in Deutschland nutzen sollen, damit die Ergebnisse standardisiert erfasst werden. Beim Test erhält jeder einen QR-Code. Die Registrierung damit in der App sorgt auch dafür, dass man das Testergebnis auf dem Telefon erhält. Bei positiven Ergebnissen werden Nutzer ausdrücklich gefragt, ob sie das zur Kontakt-Nachverfolgung teilen wollen. Alternativ zu der digitalen Übertragung steht eine Validierung über ein Call Center der Telekom zur Verfügung.

Unterstützung erhielten die Entwickler durch den IT-Dienstleister. TÜV Informationstechnik. Die App werde stabil und sicher laufen, ohne die Anwender auszuspionieren, sagte TÜV-IT-Chef Dirk Kretzschmar am Samstag der dpa. Das habe eine Prüfung der App im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ergeben.

Bei der Überprüfung der App habe man auch kontrolliert, ob Unbefugte Daten abgreifen könnten. „Das ist nicht der Fall. Die Anwender müssen keine Angst vor Überwachung haben.“ Die Entwickler von SAP und T-Systems hätten auch sichergestellt, dass niemand über die App Zugriff auf andere Daten bekomme. (dpa)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

Unsere Buchempfehlung

Alle Völker der Welt kennen den Teufel aus ihren Geschichten und Legenden, Traditionen und Religionen. Auch in der modernen Zeit führt er – verborgen oder offen – auf jedem erdenklichen Gebiet seinen Kampf gegen die Menschheit: Religion, Familie, Politik, Wirtschaft, Finanzen, Militär, Bildung, Kunst, Kultur, Medien, Unterhaltung, soziale Angelegenheiten und internationale Beziehungen.

Er verdirbt die Jugend und formt sich eine neue, noch leichter beeinflussbare Generation. Er fördert Massenbewegungen, Aufstände und Revolutionen, destabilisiert Länder und führt sie in Krisen. Er heftet sich - einer zehrenden Krankheit gleich - an die staatlichen Organe und die Gesellschaft und verschwendet ihre Ressourcen für seine Zwecke.

In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen dann zum erstbesten „Retter“, der im Mantel bestimmter Ideologien erscheint, wie Kommunismus und Sozialismus, Liberalismus und Feminismus, bis hin zur Globalisierungsbewegung. Grenzenloses Glück und Freiheit für alle werden versprochen. Der Köder ist allzu verlockend. Doch der Weg führt in die Dunkelheit und die Falle ist bereits aufgestellt. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]