Prinz Andrew veröffentlicht neue Stellungnahme zu Epstein-Verbindungen

Von 27. August 2019 Aktualisiert: 28. August 2019 21:44
Nachdem der Buckingham Palast bereits eine Erklärung rund um dessen Verwicklungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein abgegeben hatte, folgt nun Prinz Andrew mit einer weiteren offiziellen Stellungnahme über den Buckingham Palast, in der er seine Unschuld und Unwissenheit zu den Machenschaften Epsteins betont.

Prinz Andrew brach am Wochenende zum ersten Mal sein Schweigen. Dabei äußerte er sich in einer langen, von ihm unterzeichneten und aus dem Buckingham Palace herausgegebenen Erklärung, zu seiner Verbindung mit dem verstorbenem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Der Prinz behauptete, dass er sich während seiner früheren Beziehung zu Epstein „selten“ mit ihm traf und dass er keine Kenntnis vom kriminellen Verhalten des Finanziers hatte. Gerichtsdokumente sagen, dass Epstein Dutzende von minderjährigen Mädchen an verschiedenen Orten sexuell ausgebeutet und missbraucht haben soll, einige schon im Alter von 14 Jahren.

Epstein war in einem Gefängnis in Manhattan und stand vor einem Prozess wegen Kindersex-Handels, als er am 10. August tot in seiner Zelle aufgefunden wurde. Sein Tod wurde laut dem New Yorker Büro für Gerichtsmedizin als Selbstmord durch Erhängen eingestuft. Epsteins Anwälte sagten, sie seien „nicht zufrieden“ mit den Ergebnissen und haben bekanntgegeben, ihre eigene Untersuchung seines Todes durchzuführen.

„Es ist mir seit dem Selbstmord von Herrn Epstein klar, dass es in seinem Leben eine immense Menge von Medienspekulationen über so viel gegeben hat“, so Prinz Andrews Aussage, die am 24. August auf Twitter veröffentlicht wurde. „Das gilt insbesondere für meine frühere Verbindung oder Freundschaft mit Mr. Epstein.“

Keine Kenntnis

Der Herzog von York sagte, dass er Epstein 1999 zum ersten Mal traf und dass sie sich während der gesamten Zeit, in der sie sich kannten, „wahrscheinlich nicht mehr als nur ein- bis zweimal im Jahr“ trafen, obwohl er zugab, „in einer Reihe seiner [Epsteins] Residenzen gewesen zu sein“.

Zu keinem Zeitpunkt während der begrenzten Zeit, die ich mit ihm verbracht habe, habe ich ein derartiges Verhalten gesehen, beobachtet oder vermutet, das später zu seiner Verhaftung und Verurteilung führte“, heißt es in der Erklärung.

Epstein, von dem die Bundesanwaltschaft sagt, dass er ein Vermögen von mehr als 500 Millionen Dollar sein Eigen nennen konnte, besaß und pflegte „Luxusimmobilien und Residenzen auf der ganzen Welt“, so ein Kautionsmemorandum des Südlichen Bezirks von New York. Dazu gehören eine etwa 75 Hektar große Insel auf den Jungferninseln, eine Villa in der Upper East Side von Manhattan und ein großes Grundstück in New Mexico, besser bekannt als „Zorro Ranch“.

Die Erklärung von Andrew kommt eine Woche nach der Veröffentlichung des Buckingham Palastes, in der er [der Buckingham Palast] seine Beziehungen zu Epstein klarstellt. In dieser Erklärung sagte der Palast, dass Andrew über die jüngsten Berichte „entsetzt“ sei und dass er „die Ausbeutung eines jeden Menschen verurteile“.

Von mutmaßlichen Opfern Epsteins beschuldigt

Fast 2.000 Seiten von Dokumenten zu Epstein wurden am 9. August veröffentlicht. Virginia Giuffre, eine von Epsteins Anklägern, behauptete, sie sei angewiesen worden, Sex mit Prinz Andrew, sowie anderen mächtigen Männern und „einem anderen Prinzen“ zu haben.

Laut den Dokumenten sagte Giuffre, dass Epsteins ehemalige Freundin, Ghislaine Maxwell, sie angestiftet habe, Sex mit den Männern zu haben. Giuffre’s Klage gegen Maxwell endete damit, dass beide Seiten sich bereit erklärten, 2017 einen Ausgleich zu einer nicht offenbarten Summe zu finden.


Prinz Andrew und Jeffrey Epstein bei einem Spaziergang 2010 im Central Park in New York

Ich habe bereits gesagt, dass es ein Fehler und ein Irrtum war, ihn nach seiner Freilassung im Jahr 2010 zu treffen, und ich kann nur mein Bedauern bekräftigen, dass ich mich geirrt habe, als ich dachte, dass das, was ich von ihm hielt, angesichts dessen, was wir jetzt wissen, offensichtlich nicht die wirkliche Person war“, fuhr Prinz Andrew fort.

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Er fügte hinzu, dass Epsteins Selbstmord „viele unbeantwortete Fragen“ hinterlassen habe und dass es ihm „unmöglich sei, den Lebensstil von Herrn Epstein zu verstehen oder erklären zu können“.

Öffentliche Meinung

Angela Levin, eine königliche Biographin, kritisierte die jüngste Aussage des Prinzen in einem Kommentar und beschrieb sie als „erstaunlich arrogant, unaufrichtig und unehrlich“.

„Neben der Erwartung, dass unsere Royals nicht mit Pädophilen herumhängen, erwarten wir auch, dass sie ehrlich sind. Diese ganze Aussage stinkt“, schrieb Levin in der Daily Mail. „Erwartet Andrew wirklich, dass wir glauben, dass jemand, den er nicht gut kannte und nur selten sah, in das innere Heiligtum der Könige eingeladen wurde?“

Epstein bekannte sich 2008 in Florida im Rahmen einer Nicht-Verfolgungsvereinbarung in der Anklage zur Förderung der Prostitution von Minderjährigen für schuldig. Dies verpflichtete ihn dazu, 13 Monate im Gefängnis zu verbringen und sich als Sexualstraftäter zu registrieren. Die Vereinbarung stieß auf große Kritik, da dadurch eine bundesweit iniziierte Untersuchung zum Missbrauch von Minderjährigen mit mindestens 40 Jugendlichen untergraben wurde, die Epstein lebenslang ins Gefängnis hätte bringen können.

Andrew kann sich einfach nicht der Tatsache entziehen, dass er bei Epstein geblieben ist, als er [Epstein] bereits als Sexualstraftäter registriert war, nachdem er im Gefängnis wegen sexuellen Missbrauchs seine Zeit abgesessen hat“, so Levin.

Das Original erschien in The Epoch Times USA (deutsche Bearbeitung von rm)
Originalartikel: Prince Andrew Releases New Statement on Epstein Ties