Das Grosstanklager Ölhafen Rostock (GÖR) an der Ostsee. Als denkbare Alternative zu einem Importverbot gilt die Einführung von Preisobergrenzen für Öl aus Russland.
Das Grosstanklager Ölhafen Rostock (GÖR) an der Ostsee.Foto: Bernd Wüstneck/dpa

IfW: Russland kann auch bei Öl-Embargo finanziell lange durchhalten

Epoch Times4. Mai 2022 Aktualisiert: 4. Mai 2022 12:47


Auch ein Öl-Embargo wird Russland laut Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel nicht zu einem schnellen Einlenken im Ukraine-Krieg bewegen. „Der Westen wird langes Durchhaltevermögen zeigen müssen“, erklärte der IfW-Handelsexperte, Rolf Langhammer, am Mittwoch. Die aktuelle Situation des russischen Haushalts und strukturelle Besonderheiten der Wirtschaft ermöglichten dem Land demnach ein „längeres Durchhalten“ in Form einer auf „Autarkie setzenden Kriegswirtschaft“.

Der russische Haushalt habe mit einer im internationalen Vergleich sehr niedrigen Verschuldungsquote von 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts eine „stabile Finanzlage“ erreicht, so die IfW-Analyse. Hinzu kämen hohe Ersparnisse, geringe Ausgaben und eine große Reservenbildung.

Auch die hohen Energiepreise spielen dem Kreml demnach in die Hände: So stiegen zuletzt die Erlöse aus Exporten in Länder, die sich dem Sanktionsregime gegen Russland nicht angeschlossen haben oder, wie Deutschland, weiterhin fossile Brennstoffe aus Russland beziehen.

Ein struktureller Vorteil sei zudem die hohe Anzahl der Beschäftigten im öffentlichen Sektor. Diese Beschäftigten seien der Garant für die politische Unterstützung von Präsident Wladimir Putin im eigenen Land, wie Langhammer weiter ausführte. Durch Preiskontrollen und Einkommenshilfen würde diese Gruppe bevorzugt vor den Folgen der Sanktionen geschützt.

Zwar werde der Ausfall wichtiger Kapitalgüter aus dem Ausland „mit Sicherheit sehr negative Folgen“ haben, prognostizierte Langhammer. Hoffnungen „auf ein zeitnahes Einlenken Russlands im Ukraine-Krieg angesichts der einschneidenden westlichen Sanktionen“ dürften aber enttäuscht werden. (afp/red)



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