Airbus A380.Foto: PASCAL PAVANI/AFP/Getty Images

Bruchlandung für den Riesenvogel A380

Epoch Times14. Februar 2019 Aktualisiert: 14. Februar 2019 11:53
Airbus stellt die Produktion des weltgrößten Passagierjets A380 ein. Die letzte Auslieferung des Luftgiganten sei für 2021 geplant, teilte Airbus in Toulouse mit.

Vor gut elf Jahren startete der A380 zu seinem ersten kommerziellen Flug – nun steht der Riesenvogel aus dem Hause Airbus vor dem Aus, wie der scheidende Konzernchef Tom Enders am Donnerstag in Toulouse ankündigte. Bis 2021 will Airbus die letzten Maschinen ausliefern – mit Folgen auch für die Produktion in Deutschland.

Mit welchen Hoffnungen ist der A380 gestartet?

Vor elf Jahren sah es noch so aus, als könne der A380 eine Erfolgsgeschichte werden: Nach dem ersten kommerziellen Flug für Singapur Airlines am 25. Oktober 2007 galt der vierstrahlige Riesenjumbo für 550 bis 850 Passagiere noch als Lösung für chronisch überlastete Flughäfen. Außerdem wird er von Passagieren und Besatzung wegen seines Komforts sehr geschätzt.

Warum ist nun das Ende des A380 besiegelt?

Die größte Passagiermaschine der Welt hat sich zum Flop entwickelt. Nur 234 Maschinen wurden ausgeliefert, Bestellungen blieben aus. Grund sind laut Experten die hohen Anschaffungs- und Betriebskosten. Nach Airbus-Angaben hat der A380 derzeit einen Listenpreis von 445,6 Millionen US-Dollar (rund 394 Millionen Euro). Er kostet damit rund vier Mal so viel wie der beliebte Mittelstreckenflieger A320.

Welche Alternativen gibt es zum A380?

Für die Langstrecke sind für die unter Wettbewerbsdruck stehenden Airlines etwas kleinere Maschinen mit zwei Triebwerken attraktiver als der A380. Sie können flexibler eingesetzt werden – etwa der Boeing-„Dreamliner“ 787, aber auch der A350 aus dem Hause Airbus.

Gibt es noch Hoffnung für den Riesen?

Vor einem Jahr knüpfte der damalige Airbus-Verkaufschef John Leahy das Überleben des A380 an eine Bestellung durch den mit Abstand treuesten Kunden: Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai. Sie zog aber nun 39 Bestellungen zurück. Vor einer Woche hatte auch die australische Gesellschaft Qantas erklärt, auf acht Maschinen zu verzichten.

Wie sieht es mit anderen Aufträgen aus?

Das Interesse in Europa war immer schon verhalten: Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben 14 Maschinen vom Typ A380 in Betrieb und fliegt Ziele vor allem in den USA und in Asien an. Ansonsten bieten in der EU nur Air France und British Airways Flüge mit dem A380. Airbus hatte die Produktion schon 2018 auf zwölf Maschinen gedrosselt. Bis 2021 sollen nun die restlichen 14 Flugzeuge ausgeliefert werden.

Was bedeutet das für die Arbeitsplätze?

Laut Airbus sind an den europäischen Standorten insgesamt 3000 bis 3500 Mitarbeiter vom Aus des A380 betroffen. Die wichtigsten Produktionsstandorte sind Hamburg und Toulouse im Südwesten Frankreichs. In Deutschland beschäftigt der A380 auch Menschen in Bremen, Stade und Buxtehude sowie bei Zulieferfirmen.

Wie reagieren die Gewerkschaften?

Sie geben sich bisher gelassen. Die Entscheidung des Vorstands sei „nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft“, erklärte die IG Metall. Airbus hat den Mitarbeitern „eine Vielzahl von internen Mobilitätsmöglichkeiten“ zugesichert – etwa bei der Produktion des A320. (afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion