Tausende Jecken starten mit Alaaf und Helau in die Karnevalssaison

Epoch Times11. November 2018 Aktualisiert: 11. November 2018 14:23
Der Karneval gehört zu Köln wie der Dom. So war es auch diesmal zum Auftakt am Elften Elften - die Altstadt war proppevoll mit Kostümierten. In anderen Städten wurde ebenfalls ausgiebig gefeiert.

Alaaf und Helau: Pünktlich am 11.11. um 11 Uhr 11 hat im Rheinland und in anderen Regionen Deutschlands die närrische Zeit begonnen. Zehntausende Karnevalisten feierten in Köln ausgiebig den Karnevalsauftakt.

Ob in traditionellen Kostümen von Karnevalsvereinen oder als Clown, Matrose oder Bankräuber verkleidet – die Karnevalisten und Narren schunkelten und sangen miteinander. In Düsseldorf wachte der Traditionsschelm Hoppeditz von den Toten auf – am letzten Aschermittwoch hatte man ihn zu Grabe getragen. Auch in Bonn und Aachen wurde ausgiebig gefeiert.

In Köln wurde es erst einmal amtlich: Unter den wachenden Augen von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) unterschrieben das Festcomité und das neue Dreigestirn im Rathaus den neuen Sessionsvertrag. Muss schließlich alles seine Ordnung haben im Karneval. Später sagte Reker zu der Menge auf dem zentral gelegenen Heumark: „Ich hoffe, Sie haben sich alle schon eingeschunkelt – wir haben das jedenfalls schon hinter der Bühne getan.“ Sie wünschte den Karnevalisten ein friedliches und ausgelassenes Feiern.

Vor allem in der Domstadt zog das Fest wieder viele Karnevalstouristen an. Vergangenes Jahren waren dabei massive Sauf-Exzesse beklagt worden, die Rathauschefin Reker als „nicht hinnehmbar“ bezeichnet hatte. Die Stadt setzte nun auf ein geändertes Veranstaltungskonzept, unter anderem mit mehr Toiletten und der Ausweitung einer Glasverbotszone. Der Andrang war groß. Dies lag am relativ guten Wetter, aber auch am Termin – weil der 11.11. auf einen Sonntag fiel, mussten viele Karnevalisten nicht zur Arbeit.

Die Düsseldorfer feierten den Start in die „fünfte Jahreszeit“ vor dem Rathaus, wo der Hoppeditz eine humorvoll-karikatureske Rede hielt und der Obrigkeit die Leviten las. Ein Hingucker waren Bergbau-Kostüme – in Bottrop macht Ende 2018 die letzte Ruhr-Zeche zu, daher ist Bergbau nochmal ein großes Thema in der Bevölkerung.

Geschunkelt wurde auch außerhalb von Nordrhein-Westfallen. So stimmten in der Fastnachtshochburg Mainz Tausende den Narrhallamarsch an, um sich auf die fünfte Jahreszeit vorzubereiten. Am Schillerplatz folgte traditionell die Verlesung des „Närrischen Grundgesetzes der Mainzer Fastnacht“. Laut Artikel 10 können alle Mainzer zu närrischen Diensten verpflichtet werden. Artikel 11 ruft zum Frohsinn auf.

Die närrische Zeit hat zwar besonders im Rheinland eine lange Tradition, aber auch in anderen Teilen Deutschlands nutzten Kostümierte die Gelegenheit zum Feiern. In Cottbus (Brandenburg) zum Beispiel eroberten einige hundert Narren das Rathaus, um die Amtsgeschäfte symbolisch für einen Tag zu übernehmen. (dpa)

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