China News - Politik – China: Experten analysieren den Konflikt innerhalb der KPCh – Ying Hartmüller
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Expertenmeinung gefragt China: Experten analysieren den Konflikt innerhalb der KPCh

Ying Hartmüller

21.03.2012

Pressekonferenz mit dem chinesischen Premier Wen Jiabao am 14. März  2012.   Foto: LIU JIN/AFP/Getty Images)
Pressekonferenz mit dem chinesischen Premier Wen Jiabao am 14. März 2012.

Foto: LIU JIN/AFP/Getty Images)

Am 14. März 2012 kritisierte der chinesische Premierminister Wen Jiabao auf einer Pressekonferenz die Stadtregierung von Chongqing. Am folgenden Tag wurde der Spitzenpolitiker Bo Xilai abgesetzt, der das Amt des Parteichefs von Chongqing ausübte. Dieses politische Erdbeben erregte weltweit große Aufmerksamkeit. Dadurch kamen innerparteiliche Machtkämpfe zu Tage, in denen die Gruppe von Hu Jintao und Wen Jiabao die Oberhand über die Fraktion von Bo Xilai und Zhou Yongkang zu gewinnen scheint.

NTDTV interviewte daher in einer Sondersendung die politischen Experten Chen Pokong und Zhang Tianliang. Ihre Analyse ermöglicht es, die undurchsichtigen Manöver der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) besser zu verstehen.

Ein gemeinsamer Gegner

Zhang Tianliang schrieb im vergangenen Monat mehr als 20 Artikel über den Fall von Wang Lijun und sagte die Niederlage von Bo Xilai voraus. Er meinte, dass der Staatspräsident und Parteivorsitzende Hu Jintao bereits am 15. Januar angefangen habe, Bo Xilai zu bekämpfen, nachdem zwei Präsidenten des Militärkomitees ihm ihre Unterstützung zugesagt hatten. Das sei daran zu erkennen, dass gegen Wang Lijun, den Polizeipräsidenten von Chongqing, ermittelt wurde.

Chen Pokong äußerte die Meinung, dass Hu Jintao und Wen Jiabao zwar oft der gleichen politischen Gruppe zugeordnet werden, aber aus unterschiedlichen Gründen gegen Bo Xilai kämpfen. Wen Jiabao habe Bo Xilai schon früher kritisiert, dass er beinahe seine eigene Kulturrevolution betreibe. Dies dürfte Hu Jintao jedoch nicht gegen Bo Xilai aufbringen, da er selbst als Anhänger der Ideen von Mao Tse-tung gilt. Sein Motiv liege darin, dass der wachsende Einfluss von Bo Xilai die Macht des Parteizentrums und damit seine eigene Autorität in Frage gestellt habe.

Zhang vermutete, dass Hu Jintao vor der 18. Parteiversammlung im kommenden Herbst seine Autorität demonstrieren wolle. „Wenn er (Hu Jintao) nicht einmal Bo Xilai in die Knie erzwingen kann, wird die KPCh, inklusiv seiner Anhänger, ihn nicht mehr als Anführer ansehen. Die Gruppen innerhalb der KPCh folgen nur demjenigen, der mächtig ist." Nach Einschätzung von Zhang habe Hu Jintao noch vor der 18. Parteiversammlung über Bo Xilai triumphieren müssen, um seinen Führungsanspruch zu untermauern.

 

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