Mehr als 21.000 Menschen fehlt Geld für Beisetzung von Angehörigen

Rund 21.500 Menschen haben im vergangenen Jahr nicht genug Geld für die Beisetzung von Angehörigen gehabt und mussten von den Sozialämtern unterstützt werden.

Die Sozialämter haben 2016 rund 21.500 Mal bei den Kosten für die Bestattung von Angehörigen helfen müssen.

Insgesamt gaben die deutschen Kommunen rund 60 Millionen Euro dafür aus, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht, über die am Mittwoch zunächst die „Passauer Neue Presse“ berichtete. Demnach mussten allein die Sozialämter in Nordrhein-Westfalen knapp 3800 Empfängern mit 16,9 Millionen Euro aushelfen.

Laut dem Bericht lag die Zahl auch in den vergangenen Jahren über 20.000. Daraus lässt sich laut Statistischem Bundesamt aber nicht auf die Zahl der sogenannten Sozialbestattungen schließen, weil mehrere Empfänger für die Erstattung der Kosten einer Bestattung in Frage kommen.

In Baden-Württemberg gab es 2017 rund 2300 Hilfeempfänger, die insgesamt 5,6 Millionen Euro bekamen. In Bayern und Niedersachsen mussten die Kommunen rund 2200 Mal aushelfen – in Bayern kostete sie das aber insgesamt 6,6 Millionen Euro und in Niedersachsen nur 5,2 Millionen Euro. Grund ist, dass die Kommunen die Höhe der Beihilfen selbst festlegen.

Kritik kam von der Vizechefin der Linksfraktion im Bundestag, Sabine Zimmermann. Sie forderte in der „Passauer Neuen Presse“ bundesweite Standards, „um auch armen Menschen ein würdevolles Begräbnis zuteil werden zu lassen“. Erstattet werden laut Sozialgesetzbuch Ausgaben für „ortsübliche und einfache, der Würde des Verstorbenen entsprechende Bestattungen“. (afp)