Scharfe Kritik von Le Pen: Merkel „erlaubt der Türkei ganz Europa in der Flüchtlingskrise zu erpressen“

Die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen sagte am Donnerstagabend bei ihrem letzten großen Fernsehauftritt vor der Wahl, Bundeskanzlerin Merkel habe es der Türkei erlaubt, ganz Europa in der Flüchtlingskrise zu "erpressen".

Drei Tage vor der französischen Präsidentschaftswahl hat Marine Le Pen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf angegriffen. Le Pen sagte am Donnerstagabend bei ihrem letzten großen Fernsehauftritt vor der Wahl, Merkel habe es der Türkei erlaubt, ganz Europa in der Flüchtlingskrise zu „erpressen“.

„Merkel hat einen schweren politischen Fehler begangen“, sagte Le Pen weiter. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan drohe seit Abschluss des Abkommens mit der EU vor gut einem Jahr fast wöchentlich damit, massenhaft Flüchtlinge in die EU weiterzuschicken. Sie wolle deshalb Frankreichs nationale Grenzen wieder schließen. Zudem verteidigte die Vorsitzende der Front National ihren Plan, den Euro aufzugeben.

Der Linkspartei-Gründer Jean-Luc Mélenchon schwächte dagegen seine Drohung mit einem „Frexit“, also einem EU-Austritt Frankreichs, weiter ab: „Es gibt kein Europa ohne Frankreich“, sagte er. Auch einen Bruch mit Deutschland strebe er nicht an. „Die Deutschen sind weder unsere Feinde noch unsere Herren, sie sind unsere Partner.“ In der Vergangenheit hatte Mélenchon Merkel scharf für ihre Sparpolitik in der EU kritisiert.

Le Pen und Mélenchon äußerten sich im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2. Dort wurden alle elf Präsidentschaftskandidaten getrennt voneinander jeweils 15 Minuten befragt. Le Pen und Mélenchon gehören zu insgesamt vier Kandidaten, die laut Umfragen Chancen haben, in die Stichwahl am 7. Mai zu kommen. (afp)

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