Bali: Paradiesische Strände drohen im Abfall zu versinken

Kuta auf der indonesischen Insel Bali galt lange Zeit als Urlaubsparadies für Touristen. Doch jetzt verschandeln kleine Müllberge die traumhafte Landschaft. Die Behörden haben den Kampf gegen die Plastikabfälle aufgenommen.

Weißer Strand, türkisblaues Meer und Palmen: Kuta auf der indonesischen Insel Bali galt lange Zeit als Urlaubsparadies für Touristen. Doch jetzt verschandeln kleine Müllberge die traumhafte Landschaft.

Plastikverpackungen und andere Abfälle stapeln sich zwischen den Sonnenanbetern. Surfer tauchen aus den Wellen auf, die allerlei zusätzlichen Unrat anschwemmen.

„Wenn ich baden will, ist das nicht wirklich schön“, sagt die österreichische Urlauberin Vanessa Moonshine. „Ich sehe hier viel Müll, jeden Tag, die ganze Zeit. Das kommt aus dem Ozean, echt furchtbar.“

Indonesien liegt mit seinen 255 Millionen Einwohnern auf der Liste der bevölkerungsreichsten Staaten auf Platz vier. Weltweit ist es nach China der zweitgrößte Produzent von Abfällen in der Meeres- und Küstenumwelt – jährlich sind es geschätzt 1,29 Millionen Tonnen.

Auf Bali, der „Insel der Götter“ am Südrand des riesigen indonesischen Archipels mit seinen mehr als 17.000 Inseln, hat das Problem mittlerweile  derartige Ausmaße angenommen, dass die Behörden im November über einen sechs Kilometer langen Küstenstreifen einen „Müllnotstand“ verhängten. Dazu gehören die Strände von Jimbaran, Kuta und Seminyak.

Täglich sammeln 700 Reinigungskräfte und 35 Laster rund 100 Tonnen Abfälle ein und laden sie in einer nahe gelegenen Mülldeponie ab. „Leute in grünen Uniformen schaffen den Müll weg, aber am nächsten Tag ist es wieder dasselbe“, sagt der deutsche Tourist Claus Digans. Die Lage werde von Jahr zu Jahr schlimmer. „Niemand sitzt gerne in einem schönen Liegestuhl umgeben von dem ganzen Abfall.“

Am schlimmsten ist es während der jährlichen Monsunzeit, wenn starke Winde und Meeresströmungen Strandgut anspülen und angeschwollene Flüsse Müll von den Ufern zur Küste befördern, wie Putu Eka Merthawan von der örtlichen Umweltbehörde erklärt. Die Abfälle stammten nicht von den in Kuta und Umgebung lebenden Menschen, sagt er. „Das wäre Selbstmord.“

I Gede Hendrawan, Umweltforscher an Balis Udayana-Universität, kann das „ästhetische“ Unbehagen der Touristen über den Müll nachvollziehen. Doch das Abfallproblem sei sehr viel ernster: So nähmen Fische Mikrobestandteile der Plastikabfälle auf – und wenn diese vom Menschen verzehrt würden, könnten sie gesundheitliche Probleme bis hin zu Krebs verursachen.

Indonesien hat sich zu Jahresbeginn dem UN-Umweltprogramm „Saubere Meere“ zur Vermeidung von Plastikmüll angeschlossen. Die Regierung in Jakarta verpflichtete sich, die Plastikabfälle bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent zu verringern. Vorgesehen ist, den Müll zu recyceln – was bisher fast gar nicht geschieht -, Kampagnen für den Umweltschutz zu starten und den Kampf gegen Plastiktüten im Einzelhandel anzugehen.

Hendrawan sieht die regionalen und zentralen Behörden in der Verantwortung. Die Bali-Regierung müsse mehr Geld in die Hand nehmen, um Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Abfall nicht in die Flüsse gehört. Und Indonesiens Regierung müsse aktiv für die Vermeidung von Plastikverpackungen eintreten und kostenlose Plastiktüten in Geschäften verbieten. (afp)

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