Syrische Armee stürmt letzte vom IS kontrollierte Stadt im Land – ist der Krieg bald vorbei?

Die syrische Armee und ihre Verbündeten haben die letzte große von der Terrormiliz Islamischer Staat gehaltene Stadt im Osten des Landes nahe der Grenze zum Irak gestürmt.

Die syrische Armee und mit ihr verbündete Milizen sind nach Angaben von Staatsmedien in die letzte von der IS-Miliz kontrollierte Stadt im Land vorgedrungen. Die Truppen hätten am Mittwoch die Abwehr der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Albu Kamal in der östlichen Provinz Deir Essor durchbrochen, berichtete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana. Nun gebe es in der Stadt „heftige Kämpfe“.

Die syrische Armee und ihre Verbündeten hatten die Stadt an der Grenze zum Irak dem Bericht zufolge nur wenige Stunden zuvor eingekesselt. In den vergangenen Wochen waren sie demnach stetig vom Süden und Westen her auf Albu Kamal vorgerückt. Vom Osten her habe nun die irakische Armee die IS-Kämpfer in Bedrängnis gebracht, die vergangene Woche die Stadt Al-Kaim von den Islamisten zurückerobert hatte.

Eine Quelle in der mit Syriens Präsident Baschar al-Assad verbündeten Milizen sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass die libanesische Hisbollah-Miliz am Mittwoch vom Süden her nach Albu Kamal vorgedrungen sei. Teile der Hisbollah-Einheiten seien mit Hilfe der ebenfalls schiitschen Hasched al-Schaabi (Volksmobilisierungseinheiten) in den Irak gelangt, um von dort aus Albu Kamal einzukreisen.

Die Hasched al-Schaabi, die an der Seite der irakischen Armee gegen den IS kämpft, erklärten am Mittwoch, dass ihre Kämpfer nicht nach Syrien vorgerückt seien. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, regierungstreue Kämpfer kämpften im Südwesten von Albu Kamal gegen den IS und würden dabei durch schwere Bombardements unterstützt. Es sei unklar, ob diese von der syrischen oder der irakischen Luftwaffe geflogen würden.

Die regierungstreuen Kämpfer hätten bereits Teile der Stadt eingenommen. Die IS-Miliz hatte 2014 weite Teile des Iraks und Syriens überrannt. In den vergangenen Monaten wurde sie aber aus weiten Teilen dieser Gebiete vertrieben. So verloren die Dschihadisten ihre syrische de-facto-Hauptstadt Raka und ihre irakische Hochburg Mossul.

Nun hält der IS nur noch ein kleines Gebiet entlang des Euphrat. Die Kämpfe lösten eine riesige Fluchtwelle aus. Allein aus Albu Kamal seien in den vergangenen Wochen schätzungsweise 120.000 Menschen geflohen, erklärte Linda Tom von der Niederlassung des UN-Büros für humanitäre Hilfe (Ocha) in Damaskus. Wenn der IS geschlagen ist, sollte der Krieg auch vorbei sein. (afp/so)

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