Temperaturen fallen – im Süden unwetterartiger Regen nicht ausgeschlossen

Dass die Zahl der zerstörerischen Wirbelstürme in Deutschland zunimmt, sei nicht nachweisbar, sagte Friedrich. Mit dem Radar seien sie nicht erfassbar.
Am Donnerstag ist es heiter bis wolkig, im Westen zeitweise auch sonnig. Im Süden und Südosten fällt dagegen weiterhin teils schauerartiger und mit einzelnen Gewittern durchsetzter Regen, der südlich der Donau gebietsweise auch länger andauert.

Dort sind unwetterartige Mengen nicht ausgeschlossen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte. Im Osten und Nordosten entwickeln sich zudem im Tagesverlauf einzelne Schauer oder kurze Gewitter. Die Tageshöchsttemperatur liegt meist zwischen 18 und 24 Grad, bei Dauerregen im Süden sowie an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind etwas darunter.

Es weht schwacher, mitunter etwas auflebender Wind aus westlichen bis nordwestlichen Richtungen. In der Nacht zum Freitag ist der Himmel wechselnd, vor allem im Norden auch zunehmend stark bewölkt. Es bleibt aber im Wesentlichen trocken. Nur im Südosten muss bei dichter Bewölkung noch mit abklingenden Schauern gerechnet werden. Die Luft kühlt auf 12 bis 7 Grad ab.

Gefühlt gibt es mehr Tornados

Dass die Zahl der zerstörerischen Wirbelstürme in Deutschland zunimmt, sei nicht nachweisbar, sagte Friedrich. Mit dem Radar seien sie nicht erfassbar. Der „Beobachtungseffekt“ spiele eine Rolle: „Gefühlt gibt es mehr Tornados, weil mehr erkannt werden.“ Mit Handy-Kameras und Webcams würden einfach mehr dokumentiert. Nach DWD-Schätzungen gibt es pro Jahr in Deutschland einige Dutzend Tornados, etwa zehn richten gravierende Schäden an.

Schuld an den vielen Unwettern ist eine Großwetterlage mit der Bezeichnung „Tief Mitteleuropa“. „Ausmaß und Andauer des Unwettergeschehens sind absolut außergewöhnlich“, schrieben DWD-Experten in einem Zwischenbericht. Eine solche Wetterlage habe auch die Jahrhunderthochwasser 2013 in Süddeutschland und 2002 an der Elbe ausgelöst. Nur alle 100 Jahre falle so viel Regen in kurzer Zeit wie in den betroffenen baden-württembergischen Orten.

Ein riesiges Höhentief liegt fast unbeweglich in mehr als fünf Kilometern Höhe über weiten Teilen Mitteleuropas. Weil in der Atmosphäre nur wenig Bewegung ist, ziehen auch die Bodentiefs – nach „Elvira“ folgte „Friederike“ – nur sehr langsam. In der feucht-warmen Luft bilden sich häufig Gewitter, deren Wolken ebenfalls standfest sind und ihren Regen auf eine Stelle abladen. „Tief Mitteleuropa“ komme immer wieder vor, aber die Wetterlage halte sich selten so lange, sagte Friedrich. „Eine Begründung dafür gibt es nicht, das ist Zufall.“

(dpa)

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