„Ein Spion zu sein, dient unserem ganzen Land“

Von 2. Juli 2005 Aktualisiert: 2. Juli 2005 2:18
Bericht über eine Spitzel-Werbetour der KP Chinas

In den Jahren 1992 und 1993 durchlief ich den Beantragungs-Prozess um China zu verlassen. Die Antrags-Prozedur war langsam und das frustrierte mich. Als ich mich mit Freunden traf, erzählte ich ihnen natürlich von meinem Antrag und sagte frei heraus, dass ich von der Effizienz der Verwaltung des chinesischen Staates nicht gerade begeistert sei.

Einige Tage später rief mich ein Mann an, der behauptete, ein Freund eines Freundes zu sein, und er wolle ein paar Dinge mit mir besprechen. Er kam gleich darauf zu mir nach Hause und stellte sich vor als ein Angehöriger der Polizei-Dienststelle von Guangzhou. Sofort bedeutete er mir: „Wenn Sie möchten, dass wir Ihnen bei Ihrem Antrag helfen, kann ich Ihnen garantieren, dass Sie das Visum innerhalb eines Monats erhalten.“ Als er hörte, dass ich einen Antrag gestellt hatte, um nach Australien zu gehen, sagte er missbilligend. „Was ist schon Gutes daran, nach Australien zu gehen? Ich kann Ihnen helfen, in die Vereinigten Staaten zu kommen. Wenn Sie dahin gehen, müssen sie nur versprechen, mit uns in Verbindung zu bleiben. Wir werden Sie eher nicht belästigen, nur wenn wir Sie brauchen, werden wir Kontakt mit Ihnen aufnehmen.“

Als ich nichts darauf sagte, wollte er mich weiter überreden: „Sie brauchen sich keine großen Sorgen zu machen. Vielleicht werden wir uns für den Rest Ihres Lebens nicht an Sie wenden. Dieser Job mag unerfreulich erscheinen, aber ein Spion zu sein, dient unserem ganzen Land. Ich kann Ihnen sagen, die Anzahl der Menschen, die mit meiner Hilfe ins Ausland gegangen sind, ist erheblich. Denken Sie mal darüber nach!“

Meine Mutter lehnte dieses Geschäft entschieden ab. Mich schauderte es vor Angst, wenn ich daran dachte, dass mich ein Schatten für den Rest meines Lebens verfolgen würde. Jederzeit könnte mich ein Anruf erreichen, in dem ich aufgefordert werde, jemanden zu überprüfen und das dann zu berichten. Alle, die ausspioniert werden, sind genau die, die bei der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) am wenigsten beliebt sind. Ich fühlte, wie sich mein Brustkorb zusammenpresste, es war, als ob eine Hand mein Herz packen würde. So etwas Widerwärtiges würde ich niemals tun.

Der Mann kam noch einige Male wieder und gab erst auf, als er sah, dass ich wirklich keinerlei Interesse zeigte.

Wie viele unwissende Menschen wurden wohl schon in Australien und anderen Ländern von der KPC angegangen, um für sie Spitzel-Arbeit zu leisten? Und wie viele sind unbewusst in die Falle der KPC getappt?

Dies ist nur die „Rand-Organisation“ des so genannten „Informations-Netzes“. Wie viele weitere professionelle Spione und gewiefte Agenten sind von der KPC bestellt? Ich denke, die Aussage des Konsulats-Diplomaten Chen Yonglin, dass es „über eintausend Spione“ in Australien gäbe, wird von vielen Beweisen gestützt, da besteht kein Zweifel.



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