#metoo.Foto: iStock

Sexuelle Belästigung: Keine Chance für #MeToo in China

Epoch Times23. November 2021 Aktualisiert: 23. November 2021 16:49
Aufgrund der Zensur durch die Kommunistische Partei Chinas (KPC) finden missbrauchte Frauen in China vor Gericht nur selten Gehör. Hingegen müssen sie oft noch mit einer Verleumdungsklage rechnen.

Wer in China im Internet nach #MeToo sucht, wird nichts finden. Der Hashtag, unter dem Frauen weltweit über sexuelle Belästigung und Gewalt berichten, ist in der Volksrepublik gesperrt. Die Debatte wird unterdrückt – durch die Zensur.

Die Tennisspielerin Peng Shuai, ein Star in China, wollte nicht schweigen. Sie sei zum Sex gezwungen worden, schrieb sie Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo. Besonders brisant: Der Beschuldigte ist niemand Geringeres als Ex-Vize-Ministerpräsident Zhang Gaoli.

Pengs Post wurde umgehend gelöscht, tagelang verschwand die Sportlerin aus der Öffentlichkeit. International herrschte große Sorge um das Schicksal der 35-Jährigen, die sich trotz von China verbreiteter Aufnahmen vor ihrer Teilnahme an einem Tennisturnier und einem Videotelefonat mit IOC-Präsident Thomas Bach noch nicht gelegt hat.

Anderen Betroffenen erging es ähnlich. Die #MeToo-Bewegung erreichte China 2018, als zahlreiche Frauen die sexuelle Belästigung durch Universitätsprofessoren öffentlich machten. Aus Angst vor einer unkontrollierten Massenbewegung begannen die Behörden schnell, Hashtags und Schlüsselwörter in den sozialen Medien zu blocken.

Verleumdungsklage gegen missbrauchte Frauen

Seit vergangenem Jahr gibt es zwar ein Gesetz, das den Begriff der sexuellen Belästigung präzisiert. Klägerinnen finden vor Gericht dennoch selten Gehör. „Man muss ständig beweisen, dass man ehrlich ist und dass man dieses Thema nicht benutzt, um sich selbst zu profilieren“, sagt eine Betroffene, die anonym bleiben möchte. „Aber für den Beschuldigten ist es eigentlich sehr einfach, er muss seine Unschuld nicht beweisen.“

Die vor Gericht gebrachten Fälle werden häufig abgewiesen und meist wehrt sich der Angeklagte mit einer Verleumdungsklage gegen die Frau. So ging es auch Wang Qi, Angestellte der Naturschutzorganisation WWF.

Sie beschuldigte ihren Vorgesetzten im Internet, sie gewaltsam geküsst und mehrfach belästigt zu haben. Dieser verklagte sie 2018 wegen Verleumdung. Qi unterlag vor Gericht, weil sie ihre Vorwürfe nicht eindeutig beweisen konnte, und musste sich entschuldigen.

Ein Pekinger Gericht wies in diesem Jahr auch den Fall von Zhou Xiaoxuan aus Mangel an Beweisen ab. Zhou warf dem Fernsehmoderator Zhu Jun vor, sie als Praktikantin begrapscht zu haben. Der Fernsehmann revanchierte sich mit einer Verleumdungsklage.

Klägerinnen müssen stärkere Beweise vorlegen

Eine im Mai veröffentliche Studie der US-Universität Yale kam zu dem Schluss, dass die chinesischen Gerichte von den Klägerinnen weitaus stärkere Beweise verlangen als von den Angeklagten. Außerdem würden den Frauen nahestehende Zeugen wie Angehörige, Freunde und Kollegen nicht gehört. Dies halte Opfer und auch Arbeitgeber ab, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, schreiben die Forscher.

Passt der Vorwurf der sexuellen Gewalt jedoch in die politische Agenda, fällt die Reaktion Pekings anders aus. Zum Beispiel berichteten die staatlichen Medien im Sommer ausführlich über Missbrauchsvorwürfe beim Onlinehändler Alibaba – zu einer Zeit, als das Unternehmen im Visier der kommunistischen Behörden stand.

Auch in Ungnade gefallene Funktionäre der Kommunistischen Partei werden immer wieder des sexuellen Fehlverhaltens beschuldigt. „Aber erst nach ihrem Sturz“, schreibt die chinesische Feministin Lu Pin. Dann müssten die Frauen als Beweis für das schlechte Verhalten der von der Führung ohnehin schon abservierten Männer herhalten. (afp/dl)



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