Premier League kündigt Vertrag mit chinesischem Sender

Von 4. September 2020 Aktualisiert: 4. September 2020 16:38
Fans des englischen Fußballs müssen künftig auf die Live-Übertragung der Premier League in China verzichten. Die Liga hat ihren Vertrag mit dem chinesischen Rechteinhaber gekündigt.

Die englische Premier League hat ihren 490 Millionen Pfund (etwa 550 Millionen Euro) teuren Vertrag mit dem chinesischen Streaming-Dienst „PPTV“ gekündigt. Damit hat der Sender sein Recht auf Live-Berichterstattung über englische Spitzenspiele in dieser Saison mit sofortiger Wirkung verloren.

Dies bedeutet für die Fußballfans in China, dass sie die neue Saison verpassen werden. Die Entscheidung hinterlässt eine riesige Lücke in den Finanzen der britischen Fußballliga. Der Vertrag, ursprünglich auf drei Jahre festgelegt, lief nur knapp ein Jahr mit dem chinesischen Sender. Die Liga sieht bereits einem Rekordverlust in diesem Jahr entgegen.

Handelt es sich um einen politischen Schachzug aus China? Möglich wäre es, allerdings hat der Sender die Zahlungen zurückgehalten. Die Einzelheiten zu diesem Thema sind Berichten zufolge „privat“. 

Eine Erklärung der Premier League vom Donnerstag (3. September) lautete: „Die Premier League bestätigt, dass sie heute ihre Verträge für die Berichterstattung über die Premier League in China mit ihrem Lizenznehmer in diesem Gebiet gekündigt hat. Die Premier League wird zu diesem Zeitpunkt keine weiteren Kommentare zu dieser Angelegenheit abgeben“.

Möglicher Grund für die Kündigung: Chinesischer Sender hatte Zahlungen zurückgehalten

Der Besitzer von „PPTV“, Suning Holdings , sagt, dies sei schlicht eine Folge der Pandemie. Der chinesische Sender hatte Zahlungen Anfang des Jahres im neunstelligen Bereich zurückgehalten, wie die britische „Independent“ berichtet. Es wird davon ausgegangen, dass die Premier League dies als Vertragsbruch von „PPTV“ betrachtete und nach anschließenden Gesprächen ein Angebot zur Vertragsverlängerung bis 2025 ablehnte.

Die Premier League wurde wegen der Corona-Pandemie am 13. März unterbrochen und erst später wieder aufgenommen und beendet.

Es wurde auch angedeutet, dass das Ausbleiben der Zahlung möglicherweise mit der Eskalation der Spannungen zwischen China und der Regierung von Boris Johnson im Vereinigten Königreich zusammenhing. Der Konflikt führte auch dazu, dass dem Telekommunikationsunternehmen Huawei die Beteiligung am landesweiten 5G-Projekt in Großbritannien untersagt wurde. Ein weiterer Grund sei auch der Widerstand des Premierministers gegen die in Hongkong verhängten neuen Sicherheitsgesetze.

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