Der deutsche Bariton Christian Gerhaher.Foto: Christian Gerhaher/dpa/dpa

Sänger bereiten Eilantrag zur Öffnung von Opernhäusern vor

Epoch Times19. Februar 2021 Aktualisiert: 19. Februar 2021 21:29
"Aufstehen für die Kunst" heißt eine neue Initiative. Gemeinsam wollen Sänger und Musiker sich dafür stark machen, dass sie wieder vor Publikum auftreten können. Sie streiten dabei für Gerechtigkeit.

München (dpa) – Musiker in Bayern bereiten einen Eilantrag zur Öffnung von Konzert- und Opernhäusern vor.

„Die darstellenden Künste befinden sich seit März 2020 eigentlich durchgehend in irgendeiner Art Lockdown“, kritisierte einer der Initiatoren, der Opernsänger Christian Gerhaher (51), im Interview der Deutschen Presse-Agentur in München. „Das darf so nicht weitergehen.“

Gerhaher hat sich mit anderen Sängern und Musikern zur Initiative „Aufstehen für die Kunst“ zusammengeschlossen, die mit dem Eilantrag vor den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) ziehen will, wenn die Kultur bei erneuten Lockerungen übergangen werden sollte.

Studien hätten gezeigt, dass bei Inzidenzwerten von 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sogar eine komplette Öffnung von Opernhäusern und Konzertsälen mit vergleichsweise geringem Risiko möglich sei, sagte Gerhaher, der auch Professor an der Münchner Musikhochschule ist. Sie lange geschlossen zu halten, sei „ungerechtfertigt“.

Die Initiative, die laut Mitteilung auch von der Geigerin Anne-Sophie Mutter, dem Opernsänger und Regisseur Rolando Villazón sowie dem Dirigenten Kent Nagano unterstützt wird, fordert, dass Kunst und Kultur in ihrer Bedeutung auf eine Stufe gestellt werden mit der Versammlungs- und Religionsfreiheit. „Wir wollen eine Gleichbehandlung.“

Sollte der Einzelhandel nach Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz erneut öffnen dürfen, bevor dies auch für Kultureinrichtungen gelte, solle der Eilantrag eingereicht werden, sagte Gerhaher. „Wir wollen natürlich auch, dass die Pandemie mit allen sinnvollen Mittel bekämpft wird“, betonte er. „Aber wir möchten auch, dass die Künste gemäß ihrer verfassungsmäßigen Bedeutung behandelt werden.“ (dpa)


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