Sorge vor neuer Corona-Supervariante – Lauterbach: „Nichts ist schlimmer“

Epoch Times26. November 2021 Aktualisiert: 26. November 2021 9:53
Die Entdeckung einer neuen Corona-Variante in Südafrika sorgt international für Unruhe. Die britische Regierung verkündete eine vorübergehende Einstellung des Reiseverkehrs mit sechs afrikanischen Ländern. In Deutschland warnt SPD-Politiker Karl Lauterbach vor der neuen Variante B.1.1.529.

SPD-Politiker Karl Lauterbach warnt vor der neuen Corona-Variante B.1.1.529, die in Südafrika entdeckt wurde und sich dort rasend schnell ausbreitet. „Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Hoffentlich bestätige sich nicht, was bestimmte kursierende Berechnungen prognostizieren.

Demnach breitet sich B.1.1.529 viel schneller aus, als alle anderen Corona-Varianten vor ihr. „Wenn ja müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen“, sagte Lauterbach. Und weiter: „Wir müssen Zeit gewinnen.“ Binnen zwei Wochen ist B.1.1.529 in Südafrika von null kommend die dominierende Corona-Variante geworden und hat Delta schon weitgehend verdrängt. Weil sich die Mutante dort so schnell ausbreitet, gibt es auch noch keine Informationen darüber, ob und wie gut die vorhandenen Impfstoffe wirken.

In Südafrika entdeckte Variante sorgt für Unruhe

Die Entdeckung der neuen Variante sorgt nicht nur in Deutschland für Unruhe. Die britische Regierung verkündete angesichts der Entwicklung am Donnerstagabend eine vorübergehende Einstellung des Reiseverkehrs mit sechs afrikanischen Ländern. Von Freitagmittag an würden alle Flüge aus Südafrika, Namibia, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Botsuana nach Großbritannien gestrichen, erklärte Gesundheitsminister Sajid Javid. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berät voraussichtlich noch am Freitag in einer Sondersitzung über B.1.1.529.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Variante „möglicherweise übertragbarer ist als die Delta-Variante und dass Impfstoffe (…) möglicherweise weniger wirksam sind“, sagte Javid. Bisher sei die Variante in Großbritannien noch nicht nachgewiesen worden, fügte er hinzu. Britische Wissenschaftler hätten sich jedoch „sehr besorgt“ über die Entwicklung geäußert.

Reisende, die bis Freitag noch aus einem der betroffenen afrikanischen Länder in Großbritannien ankommen, müssten sich in Quarantäne begeben und am zweiten und achten Tag einen PCR-Test machen. Javid rief auch alle Reisenden, die in den vergangenen zehn Tagen aus diesen Ländern gekommen waren, auf, sich zu isolieren und testen zu lassen.

B.1.1.529 gibt „Anlass zur Sorge“

Die WHO erklärte, sie beobachte die Variante „genau“. Bei ihren Beratungen am Freitag werden Experten der Organisation voraussichtlich beschließen, ob B.1.1.529 als Variante „von Interesse“ oder als „besorgniserregend“ eingestuft wird. Auch dürfte sie, wie bisher verbreitete Varianten auch, in einen Buchstaben des griechischen Alphabets umbenannt werden. „Frühe Analysen zeigen, dass diese Variante eine hohe Zahl an Mutationen aufweist, die weitere Studien erforderlich machen werden“, teilte die WHO mit.

Südafrikanische Wissenschaftler hatten zuvor mitgeteilt, die neue Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 gebe „Anlass zur Sorge“. Inzwischen sei die Variante auch in Botsuana und Hongkong bei Reisenden aus Südafrika nachgewiesen worden.

Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla bezeichnete die Variante als „ernsthaft besorgniserregend“ und als Ursache für einen „exponentiellen“ Anstieg der gemeldeten Fälle in seinem Land. Die Wirksamkeit der Vakzine gegen diese Virusvariante ist demnach noch unklar.

Zahl der positiv Getesteten stark gestiegen

Die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Fälle in Südafrika war zuletzt drastisch gestiegen. Am Mittwoch meldeten die Behörden 1200 positiv Getestete binnen 24 Stunden. Anfang November hatte dieser Wert noch bei 106 Fällen gelegen. In Südafrika sind 35 Prozent der Erwachsenen vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Nach Angaben des der Regierung unterstehenden nationalen Instituts für übertragbare Krankheiten (NICD) wurden in Südafrika bisher 22 Infektionsfälle mit der neuen Corona-Variante nachgewiesen. In der Provinz Gauteng mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg sei derzeit ein rascher Anstieg bei der Zahl der Neuinfektionen insgesamt sowie der Positivrate zu beobachten, erklärte das NICD weiter.

In Südafrika war im vergangenen Jahr bereits die Beta-Variante des Virus entdeckt worden. Südafrika ist mit rund 2,95 Millionen Corona-Fällen und mehr als 89.600 Toten das nach offiziellen Zahlen am schwersten betroffene Land in Afrika. (afp/oz/dts)



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