Corona-Ursprung: WHO will Daten von allen Ländern

Zwei US-Behörden haben in den letzten Wochen ihre Vermutung zum Ausdruck gebracht, dass die Corona-Pandemie durch einen Laborunfall entstanden ist. Nun hat der WHO-Chef darauf reagiert.
WHO
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, während einer Sitzung am Hauptsitz der WHO in Genf, Schweiz, am 24. Mai 2021.Foto: Laurent Gillieron/AFP via Getty Images
Von 7. März 2023

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Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat alle Länder weltweit zur Übermittlung sämtlicher Erkenntnisse über den Ursprung der Corona-Pandemie aufgerufen. Vorangegangen waren Äußerungen mehrerer US-Beamter, dass die Pandemie möglicherweise auf einen Laborunfall in der Stadt Wuhan zurückzuführen sei.

Tedros sagte am letzten Freitag vor Journalisten, es sei „entscheidend“, dass jedes Land seine Informationen über den Ursprung der Pandemie mit der WHO und der internationalen Wissenschaftsgemeinde teile. Wenn ein Land Informationen darüber habe, sei es wichtig, diese weiterzugeben. Es gehe nicht darum, Schuldige zu finden, so der WHO-Direktor, sondern darum, „den Ursprung der Pandemie besser zu verstehen, um künftigen Epidemien und Pandemien besser vorzubeugen und sich besser auf sie vorzubereiten“.

In den vergangenen Tagen war es zu Spannungen zwischen den USA und China gekommen, nachdem der Chef der US-Sicherheitsbehörde FBI gesagt hatte, ein Zwischenfall in einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan sei „höchstwahrscheinlich“ für die Verbreitung des Coronavirus verantwortlich.

WHO untersucht weiter den Ursprung der Pandemie

Tedros sagte am Freitag, die WHO habe „keineswegs ihre Pläne zur Erforschung des Ursprungs der Pandemie aufgegeben“. Die WHO rufe China weiterhin auf, „transparent Daten zu teilen, zu ermitteln, wo dies nötig ist und die Ergebnisse zu teilen“. Diese Aussage steht im Widerspruch zu einem Bericht im „Nature“-Magazin, wonach die WHO die Untersuchung auf Eis gelegt haben soll.

FBI-Direktor Christopher Wray hatte am vergangenen Dienstag im konservativen US-Nachrichtensender „Fox News“ gesagt, seine Behörde gehe „schon seit einiger Zeit davon aus, dass der Ursprung der Pandemie höchstwahrscheinlich ein vermutlicher Laborvorfall in Wuhan ist“. Wray warf Peking außerdem vor, Washingtons Bemühungen zur Untersuchung der Ursachen der Pandemie zu behindern.

Peking wies die Äußerungen am Mittwoch scharf zurück. Die WHO selbst war wegen ihrer engen Beziehungen zur KPC in die Kritik geraten, nachdem Tedros und andere Pekings Führung für ihre „Transparenz“ im Umgang mit COVID-19 gelobt hatten. Maria Van Kerkhove, die technische Leiterin der WHO für COVID-19, erklärte gegenüber Reportern, dass die UN-Gesundheitsorganisation die diplomatische Vertretung der USA in Genf kontaktiert habe, um weitere Informationen über die Erklärung des FBI-Direktors zu erhalten. „Es ist wichtig, dass diese Informationen weitergegeben werden“, sagte sie.

Wray’s Äußerungen

Ende Februar sagte Wray gegenüber „Fox News“, dass es ein FBI-Team gebe, das sich ausdrücklich auf biologische Bedrohungen konzentriere. Einmal in falsche Hände geraten – in die Hände von Bösewichten, eines feindlichen Staates, Terroristen oder Kriminellen –, könnten sie eine ernsthafte Bedrohung darstellen, so der FBI-Mann.

„Hier geht es um einen möglichen Laborunfall in einem von der chinesischen Regierung kontrollierten Labor, der Millionen Amerikaner tötete. Und genau dafür wurde das entwickelt“, so Wray.

Zudem wies der FBI-Direktor darauf hin, dass sich die Kommunistische Partei Chinas (KPC) in ihre Untersuchungen und die anderer ausländischen Staaten zum Ursprung von COVID-19 stark einmische.

Die chinesische Regierung, so scheint es mir, tut ihr Bestes, um unsere Arbeit, die der US-Regierung und enger ausländischer Partner zu vereiteln und zu verschleiern. Und das ist für alle bedauerlich.“

Bericht des Energieministeriums

Wrays Aussage kam, nachdem das Energieministerium einen Bericht herausgegeben hatte, der die FBI-These eines Laborunfalls in Wuhan unterstützt.

Angesichts dieser Berichte sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, John Kirby, letzte Woche, dass Präsident Joe Biden alles daransetze, um die Untersuchungen voranzutreiben. Allerdings sagte Kirby gegenüber Reportern auch: „Wir sind einfach noch nicht so weit. Wenn wir etwas haben, werden wir es dem amerikanischen Volk und dem Kongress mitteilen.“

Etwa zur gleichen Zeit gaben Republikaner und Demokraten im Kapitol bekannt, dass sie sich verstärkt mit der Bedrohung durch die KPC befassen werden. Geplant waren eine Reihe von Anhörungen über Pekings Spionageballon-Netzwerk, die chinesische Social-Media-App TikTok, Pekings Haltung zum Russland-Ukraine-Konflikt und über die Gefahr einer Invasion in Taiwan.

Die Corona-Pandemie war Ende 2019 in China ausgebrochen und hatte sich zunächst in der Millionenmetropole Wuhan ausgebreitet. Durch das Virus starben nach Zahlen der WHO weltweit mehr als 6,8 Millionen Menschen, die Gesamtopferzahl dürfte nach Angaben der Organisation jedoch erheblich höher sein. Die Pandemie und die zu ihrer Eindämmung getroffenen Maßnahmen hatten schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen.

(Mit Material von Nachrichtenagenturen)

Dieser Artikel erschien im Original auf theepochtimes.com unter dem Titel: WHO Urges Countries to Reveal Intelligence on COVID-19 Origins After FBI Director’s Statements (deutsche Bearbeitung nh)



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