CDU/CSU-Logo.Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Designierter NRW-Ministerpräsident rät CDU und CSU zur Paartherapie

Epoch Times22. Oktober 2021 Aktualisiert: 22. Oktober 2021 7:28

Der designierte nordrhein-westfälische CDU-Chef und Ministerpräsident Hendrik Wüst will nach der Bundestagswahlniederlage die Zusammenarbeit in der Union auf neue Füße stellen.

„Ich finde, dass CDU und CSU künftig wenigstens einmal im Jahr gemeinsam mit ihren Vorständen tagen sollten“, sagte er der „Westdeutsche Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe). „Wir brauchen neben der gemeinsamen Bundestagsfraktion eine weitere Klammer, um mit der Schwesterpartei wieder zusammen zu kommen.“

Trotz der über Monate öffentlich ausgetragenen Streitereien zwischen dem gescheiterten Kanzlerkandidaten Armin Laschet und CSU-Chef Markus Söder hält Wüst nichts davon, künftig getrennte Wege zu gehen: „CDU und CSU waren am Ende immer eine starke Verbindung, müssen aber jetzt an ihrer Beziehung arbeiten: lieber zum Paartherapeuten als zum Scheidungsanwalt.“

Wüst forderte nach dem schlechtesten jemals erzielten Bundestagswahlergebnis der CDU einen neuen Teamgeist in der Union: „Der Neuanfang beginnt im Umgang miteinander. Es hat vielen Parteimitgliedern in der Seele weh getan, wie unsolidarisch einige in der Führung der Union zuletzt gegeneinander gearbeitet haben.“

Neben einer zügigen Klärung der Laschet-Nachfolge im CDU-Bundesvorsitz verlangte der designierte NRW-Ministerpräsident inhaltliche Nachbesserungen: „Auf Bundesebene muss die CDU wieder stärker programmatisch arbeiten und klarer christdemokratische Antworten auf die Fragen der Zeit geben.“

Wüst beklagte, „dass sich die CDU während der langen Kanzlerschaft Angela Merkels zu stark allein über das Regierungshandeln definiert hat“. Die Partei müsse neben der Regierung lebendig bleiben und offen sein für die Alltagssorgen der Menschen.

Der 46-jährige NRW-Verkehrsminister soll am Samstag beim Landesparteitag in Bielefeld zum Chef der NRW-CDU gewählt und am kommenden Mittwoch im Landtag mit der knappen Mehrheit von CDU und FDP auch zum neuen Ministerpräsidenten gekürt werden. (dts/oz)



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