„Es sind keine Einzelfälle“ – Missbrauchsbeauftragter beklagt: Katholische Kirche schützt die Kinderschänder

Epoch Times17. August 2018 Aktualisiert: 17. August 2018 7:35
Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat der katholischen Kirche eine unzureichende Aufklärung von Fällen sexuellen Missbrauchs vorgeworfen.

Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, hat der Katholischen Kirche in Deutschland vorgeworfen, Fälle sexuellen Missbrauchs unzureichend aufzuklären.

Für eine entsprechende Studie der Deutschen Bischofskonferenz hätten leider nicht alle Bistümer ihre Archive geöffnet, sagte Rörig den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Aufarbeitung wird wohl noch zu oft als Gefahr für die eigene Institution gesehen“, fügte er hinzu.

Diese Haltung mache deutlich, wie sehr Institutionen- und Täterschutz noch immer vor Opferschutz stehe. Es dürfe aber „nicht mehr nur um den Schutz und das Ansehen der Kirche gehen“.

Um Missbrauchsfälle in Deutschland aufzuarbeiten, hatte die Deutsche Bischofskonferenz 2014 ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen Ende September im Rahmen der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda vorgestellt werden.

„Es sind nicht nur Einzelfälle oder Einzeltäter – es sind immer auch strukturelle Probleme, die sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen ermöglichen“, warnte Rörig. „Diesen Strukturproblemen muss sich die katholische Kirche auch in Deutschland stellen.“

Rörig nannte die Missbrauchsfälle im US-Bundesstaat Pennsylvania „ein weiteres grausiges Beispiel“ dafür, mit welcher Ohnmacht Kinder der immensen sexuellen Gewalt katholischer Ordensträger ausgesetzt gewesen seien. Es sei daher wichtig, dass in jedem Bistum und in jedem Orden aufgearbeitet werde – „auch proaktiv und nicht erst, wenn Betroffene sich zu Wort melden“.

Laut einem am Dienstag veröffentlichten Untersuchungsbericht haben im US-Bundesstaat Pennsylvania mehr als 300 katholische Priester über Jahrzehnte hinweg über tausend Kinder sexuell missbraucht. (afp)

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