Große Clan-Razzia in NRW: 1.300 Polizisten im Einsatz – Polizisten nehmen in Essen 19-jährigen Kollegen nach Widerstand fest

Epoch Times14. Januar 2019 Aktualisiert: 14. Januar 2019 12:26
1.300 Polizisten, 1.500 Personenkontrollen, 500 Anzeigen, 430 Verwarngelder, 25 geschlossene Betriebe, unter anderem wegen Bau- und Hygienemängeln, sowie umfangreiche Verkehrskontrollen: Die größte Razzia gegen Clans fand in NRW am Samstag statt. Am Rande: Die Polizei stoppte in Essen ein Auto mit augenscheinlich arabisch aussehenden Männern ...

Am Samstagabend, 12. Januar, ab 21 Uhr, überraschte die Polizei in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Recklinghausen, Mühlheim an der Ruhr und Dortmund zeitgleich mit rund 1.300 Polizeibeamten kriminelle Familienclans mit einer Groß-Razzia, die bis in die späte Nacht hineinging.

Die Bekämpfung der Organisierten sowie der Banden- und Clankriminalität ist ein strategischer Schwerpunkt der nordrhein-westfälischen Polizei. Im Fokus waren dabei kriminelle Mitglieder von Familienclans, die Straftaten begehen und ganze Straßenzüge für sich beanspruchen.“

(Polizei Essen)

Mit den vereinten Kräften von Polizei, Zoll, Gewerbe-, Ordnungs- und Finanzämtern gingen die Behörden gegen Shisha-Bars, Imbiss-Stuben, Spielhallen, sowie diverse Wettbüros und eine Diskothek in den Städten vor – insgesamt 29 Objekte.

19-jähriger Polizist verhaftet

Bei einer Verkehrskontrolle in diesem Zusammenhang am Sonntagmorgen in Essen wurde ein Fahrzeug mit vier arabisch aussehenden Männern gestoppt, berichtet das „Westfalen-Blatt“.

Als sie kontrolliert werden sollten, soll einer der Männer die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes bezweifelt und sich als Polizist ausgegeben haben. Als der 19-jährige Kommissaranwärter des Polizeipräsidiums Gelsenkirchen durchsucht werden sollte, leistete er massiven Widerstand. Mehrere Polizisten waren nötig, den jungen Mann mit den ausländischen Wurzeln festzunehmen. Das Innenministerium von NRW wurde über den Vorfall informiert.

Allgemein zu den Einsätzen machte Frank Richter, der Essener Polizeipräsident, deutlich:

Den Kriminellen machen wir deutlich, dass hier unsere Gesetze gelten. Wir lassen nicht zu, dass sie versuchen, Gebiete unter sich aufzuteilen, das staatliche Gewaltmonopol zu unterlaufen und Anwohner zu verängstigen.“

(Frank Richter, Polizeipräsident von Essen)

Bei 251 Identitätsfestellungen und 142 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen Verstoßes gegen das Nichtraucher- und Jugendschutzgesetz wurden zwölf Straftaten wegen Widerstands, Beleidigung, Steuerhinterziehung und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz angezeigt.Drei Männer und eine Frau wurden vorläufig festgenommen.

In einem Fall hatte ein Mann „mehrere Tausend Euro Bargeld und einige EC-Karten“ bei sich, deren rechtmäßige Herkunft er nun nachweisen muss. „Zwei weitere Personen leisteten Widerstand. Gegen eine Person lag ein Haftbefehl vor“, so die Polizei NRW weiter. Sichergestellt wurden außerdem drei Hieb- bzw. Stoßwaffen und ein Pfefferspray sowie 20 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak.

Duisburg: Drogen, Waffen, Polen-Böller

Auch die Duisburger Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels erklärte, dass man „konsequent alle Mittel gegen kriminelle Clans“ ausschöpfe.

Hier wurden 400 Personen überprüft, mehrere Hundert Gramm Drogen (Marihuana, Kokain) und 50 Kilogramm Shisha-Tabak, sowie Bargeld, Einhandmesser und Spielautomaten sichergestellt. 14 Strafanzeigen wurden gestellt, unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffengesetz. „In einer Teestube auf der Hamborner Straße in Fahrn stellten die Einsatzkräfte zehn Kisten Pyrotechnik mit ‚Polenböllern‘ sicher“, insgesamt 200 Kilogramm.

Nach Angaben von „Arte TV“ habe das Innenministerium geäußert, dass es sich um die größte Razzia gegen kriminelle Clans in der Geschichte des Landes NRW gehandelt habe.

„Der Einsatz zeigt, dass manche Clanmitglieder sich offenbar systematisch über Recht und Gesetz hinwegsetzen“, so Innenminister Herbert Reul (CDU). Doch in NRW gilt „nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates“.

Gleichzeitig warnte Reul davor, alle Familienmitglieder der Großfamilien unter Generalverdacht zu stellen: „Selbstverständlich gibt es an diesen Familien auch viele rechtschaffene Leute. Und es gibt Leute, die vom kriminellen Tun genug haben. Diesen sollten wir in Zukunft auch Ausstiegsangebote unterbreiten“, zitiert „Arte“ und zählt zusammen: 1.300 Polizisten, 1.500 Personenkontrollen, 500 Anzeigen, 430 Verwarngelder, 25 geschlossene Betriebe, unter anderem wegen Bau- und Hygienemängeln, sowie umfangreiche Verkehrskontrollen … (sm)

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