Ein menschenleerer Klassenraum einer Grundschule.Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa

Harter Lockdown: Warnungen vor zu rascher Rückkehr zum normalen Schulunterricht

Epoch Times4. Januar 2021 Aktualisiert: 4. Januar 2021 9:45
Vor Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Lage haben sich die Warnungen vor einer raschen Rückkehr zum regulären Schulunterricht gemehrt. Kompletter Präsenzunterricht sei derzeit "nicht vorstellbar", sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU).

Vor entscheidenden Beratungen von Bund und Ländern über die weiteren Corona-Maßnahmen haben sich die Warnungen vor einer schnellen Rückkehr zum regulären Schulunterricht gemehrt. Eine Wiederaufnahme des vollständigen Präsenzunterrichts sei „in diesen Tagen nicht vorstellbar“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in einem am Montag (4. Januar) veröffentlichten Interview. Auch SPD-Chefin Saskia Esken nannte eine rasche Rückkehr der Schulen zum Regelbetrieb „illusorisch“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit den Regierungschefs der Bundesländer über das weitere Vorgehen gegen die Corona-Pandemie beraten. Im Vorfeld wollen sich laut Medienberichten an diesem Montag die Kultusminister der Bundesländer abstimmen. Der seit Mitte Dezember geltende harte Lockdown war zunächst bis zum 10. Januar – also kommenden Sonntag – befristet worden.

Im Vorfeld der Beratungen zeichnet sich ein breiter Konsens über eine Verlängerung des harten Lockdowns ab, in dessen Rahmen neben einem Großteil des Einzelhandels auch die Schulen und Kitas weitgehend geschlossen sind. Ministerpräsidenten verschiedener Parteien machten am Wochenende deutlich, dass sie keine Grundlage für größere Lockerungen sehen. Unklar sind allerdings noch die Dauer der Verlängerung und der Umgang mit Schulen und Kitas.

Kretschmer, Hans und Ramelow für die Verlängerung der harten Abriegelung

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) plädierten für eine Verlängerung des harten Lockdowns bis Ende Januar. Kretschmer nannte dies im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) „unvermeidbar“. Deutschland befinde sich „in der härtesten Phase dieser Pandemie“. Ramelow sagte dem MDR: „Wir wollen am Dienstag klar festlegen: Wir werden bis zum 31. Januar verlängern.“

Auch der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte, um eine dritte Ausbreitungswelle des Virus zu verhindern, „müssen wir weiterhin an einem harten Lockdown festhalten“. Einen Regelbetrieb an Schulen und Kitas im Januar bezeichnete Hans in den Zeitungen der Funke Mediengruppe als kaum denkbar.

Die Zahlen der positiven Tests seien „weiter besorgniserregend hoch“ und die Auswirkungen der Feiertage auf die Corona-Lage noch unklar, warnte auch Bundesbildungsministerin Karliczek in den Funke-Blättern. Sie sprach sich deshalb gegen „eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen“ aus. Die Lage an den Schulen werde in den nächsten Wochen schwierig bleiben.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, den Lockdown in den Schulen mindestens solange zu verlängern, bis klar sei, wie sich Silvester auf die Corona-Zahlen auswirke. Die Bundesländer sollten deshalb die Schulschließungen um „mindestens eine Woche“ verlängern, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem RND.

SPD-Chefin Esken sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“, selbst wenn Ende Januar die Infektionszahlen erste Lockerungen möglich machen sollten, werde „volle Präsenz“ dann zunächst nur in den Grundschulen möglich sein. Der Unterricht in weiterführenden Schulen müsse hingegen dann weiterhin in geteilten Klassen und mit einem Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht erfolgen. (afp/sza)


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