FPÖ-Chef Strache, SPÖ-Chef Kern und ÖVP-Chef Kurz beim Wahlkampf im Oktober 2017 im TV.Foto: VLADIMIR SIMICEK/AFP/Getty Images

Ibiza-Gate: Ex-Bundeskanzler Kern zeigt Ex-Vizekanzler Strache an – Ex-FPÖ-Chef zeigt alle Beteiligten an

Epoch Times5. Juni 2019 Aktualisiert: 5. Juni 2019 20:29
Anzeigen über Anzeigen. Das Ibiza-Gate ist noch lange nicht durch.

Gestern berichtete der „Standard“, dass Österreichs Ex-Vizekanzler Strache (FPÖ) seinen Anwalt beauftragt hatte gegen alle Personen, „die für Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des Videos mitwirkend verantwortlich sind“ Anzeige zu stellen.

Anzeigen laufen demnach in Hamburg und München, offenbar gegen „Spiegel“ und die „Süddeutsche“. Die Anzeigen in Wien laufen gegen den Wiener Rechtsanwalt Ramin M., den Wiener Detektiv Julian H., sowie die noch unbekannte lettische Frau, die als russische Oligarchen-Nichte auftrat.

Strache-Anwalt Pauer sieht vier Straftatbestände als gegeben an:

  • Missbrauch von Ton- und Abhörgeräten
  • Urkundenfälschung
  • Täuschung
  • Datenverarbeitung in Gewinn- und Schädigungsabsicht

Mittlerweile wird die Staatsanwaltschaft zur Untersuchung des Falls von einer Sonderkommission des Bundeskriminalamtes sowie Mitarbeitern des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) unterstützt.

Ex-Kanzler Kern zeigt Ex-Vizekanzler Strache an

Bereits am nächsten Tag berichtete die „Krone“, dass auch Ex-Bundeskanzler und Ex-SPÖ-Chef Christian Kern Anzeige erstattet hat, gegen Strache.

Dieser hatte in dem Video Äußerungen von sich gegeben, bezüglich mutmaßlicher sexueller Handlungen von Kern mit Minderjährigen in Afrika. Strache gab im Ibiza-Video an, einen Informant zu kennen, der dies belegen könne.

Christian Kern klagte nun auf Verleumdung.

Wie die „Kronenzeitung“ weiter dazu schreibt, könnten dem ehemaligen FPÖ-Vorsitzenden nun ernsthafte Konsequenzen drohen, da er derzeit ohne Mandat sei und in diesem Fall „außerberuflicher Immunität“ nichts gegen eien strafrechtliche Verfolgung spreche.

Kern und die Silberstein-Affäre

Ein Rückblick: Als im Mai ÖVP-Chef und Vizekanzler Mitterlehner überraschend zurücktrat, kam Außenminister Sebastian Kurz an die Parteispitze und beendete die Koalition mit den Sozialdemokraten und damit auch die Regierung Christian Kern war damit Geschichte.

Dann kamen die vorgezogenen Neuwahlen und damit auch der Dirty-Campaigning-Skandal um den Wahlkampfberater von Kern, Tal Silberstein. Nach den Neuwahlen wurde die ÖVP-FPÖ-Regierungskoalition gebildet, die schließlich an einem 2017 gedrehten Ibiza-Video mit Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zerbrach. (sm)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion