Lega-Chef Salvini erwägt Kandidatur für Vorsitz der EU-Kommission

Epoch Times18. Oktober 2018 Aktualisiert: 18. Oktober 2018 11:26
Italiens Innenminister erwägt eine Kandidatur als EU-Kommissionspräsident. Freunde aus verschiedenen EU-Staaten hätten ihn um eine Kandidatur gebeten, sagt Salvini.

Italiens Innenminister Matteo Salvini erwägt eine Kandidatur als EU-Kommissionspräsident, falls die Rechtspopulisten bei der Europawahl im Mai stärkste Kraft werden.

Freunde aus verschiedenen EU-Staaten hätten ihn um eine Kandidatur gebeten, sagte Salvini in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „La Repubblica“. „Es freut mich, dass sie in mir einen Bezugspunkt für die Verteidigung der Völker sehen, auch außerhalb Italiens.“

Angesichts der Vielzahl der aktuellen Themen wie „Haushalt, Europa und die Einwanderer“ habe er bislang nicht viel Zeit gehabt, über den Vorschlag nachzudenken, sagte der Vize-Ministerpräsident und Vorsitzende der Partei Lega. „Bis zum Mai ist es noch lange hin. Wir werden sehen, ich denke darüber nach.“

Der 45-Jährige ist seit 2013 Chef der ehemals Lega Nord genannten Partei Lega, die eine EU-kritische Politik unter dem Motto „Italiener zuerst“ verfolgt. Bei der Parlamentswahl im März gewann die Lega 17 Prozent der Stimmen und bildete mit der Fünf-Sterne-Bewegung eine Regierung. Als Innenminister fährt Salvini einen strengen Kurs gegen illegale Einwanderung.

Das Verhältnis der italienischen Regierung zur Europäischen Union ist äußerst angespannt, beide Regierungsparteien sind scharfe EU-Kritiker. Derzeit liegt Rom mit Brüssel im Clinch wegen des italienischen Staatshaushalts, dessen geplante Neuverschuldung aus Sicht der Europäischen Kommission gegen EU-Regeln verstößt.

Zusammen mit der französischen Politikerin Marine Le Pen hatte Salvini vor zehn Tagen eine gemeinsame Kampagne für die Europawahl gestartet. Dabei kritisierten sie die EU scharf und erklärten, im Brüsseler „Bunker“ säßen die wahren „Feinde“ Europas.

Im Europaparlament gehört die Lega der Fraktion Europa der Nationen und der Freiheit (ENF) an, in der auch die österreichische FPÖ und der französische Rassemblement National, ehemals Front National, vertreten sind. (afp/so)

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